Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) hat ein Informationsportal zur sogenannten Dunkelflaute gestartet. Darin skizziert der Verband, wie aus seiner Sicht die Versorgungssicherheit in Phasen mit geringer Einspeisung aus Wind- und Solarenergie gewährleistet werden kann.
Die Initiative steht vor dem Hintergrund der Kraftwerksstrategie der Bundesregierung sowie der Ausgestaltung eines künftigen Kapazitätsmarktes. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Umfang neue Gaskraftwerke als Absicherung für Zeiten niedriger erneuerbarer Erzeugung benötigt werden.
Dabei prallen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander: Der Ausbau zusätzlicher Gaskraftwerke könne Geschäftsmodelle für Batteriespeicher erschweren und hohe, langfristig wirksame Betriebskosten im Stromsystem verfestigen. Zudem würden Investitionsanreize für Lastflexibilisierung und den beschleunigten Ausbau von Speichern geschwächt. Auf der anderen Seite wird argumentiert, ohne zusätzliche gesicherte Leistung drohten Lastabwürfe und Versorgungslücken. Der BNE hat insbesondere einen stark auf neue Gaskraftwerke ausgerichteten Kapazitätsmarkt bislang kritisch bewertet.
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Drei Zeithorizonte für die Dunkelflaute
Der Verband beschreibt seine Vorstellungen, wie Dunkelflauten überbrückt werden können, entlang einer Zeitachse „Heute“, „Morgen“ und „Übermorgen“.
Heute: Bestehende steuerbare Erzeugung und erste Speicherpuffer
Für die aktuelle Situation misst der BNE Wasserkraft und Bioenergie, bestehend aus Biomethan, Biogas und Abfallverwertung, eine „wichtige Rolle“ bei. Eine quantitative Einordnung bleibt offen, wie an allen Stellen der Analyse beziehungsweise des Informationsportals offen. Kurzfristige Engpässe könnten zunehmend durch Batteriespeicher überbrückt werden. Zusätzlich wirken der europäische Strombinnenmarkt sowie weiterhin verfügbare Kohle- und Erdgaskraftwerke als Absicherung.
Morgen: Kohleausstieg, Speicherzubau und Lastflexibilität
Im Szenario „Morgen“ geht der Verband davon aus, dass Kohlekraftwerke schrittweise aus dem Markt ausscheiden. In Deutschland ist der Ausstieg spätestens für 2038 vorgesehen. Bis dahin sollen aus Sicht des BNE „dutzende Gigawatt“ an Batteriespeichern zugebaut werden.
Zugleich erwartet der Verband eine deutliche Ausweitung lastseitiger Flexibilitäten. In Kombination mit Speichern könne dies die Residuallast „erheblich reduzieren“. Dennoch sieht der BNE auch um 2030 weiterhin einen Bedarf an motorischen und turbinengestützten Kraftwerken. Diese sollen möglichst auf Basis von Biomasse und Biogas betrieben werden.
Die verbleibende Residuallast könne durch bestehende Erdgaskraftwerke gedeckt werden. Als Leitgedanke formuliert der Verband: Je stärker Biogasanlagen flexibilisiert werden, desto geringer sei der Bedarf an neuen Gaskraftwerken. Neben Batteriespeichern sollen auch Wärmespeicher sowie Speicher für Biogas zur Schließung von Versorgungslücken beitragen.
Übermorgen: Gase aus erneuerbaren Quellen und Langzeitspeicher
Im Szenario „Übermorgen“ wird fossiles Erdgas schrittweise durch erneuerbare Gase ersetzt. Biogas und Biomethan sollen verstärkt in bestehenden Gasspeichern langfristig bevorratet und gezielt in Dunkelflauten abgerufen werden. Hinzu kommt der zunehmende Einsatz von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen.
Ferner sieht der BNE eine stärkere saisonale Kopplung von Wärme- und Stromsystem vor: Langzeitwärmespeicher sollen im Sommerhalbjahr geladen werden, um im Winter den Bedarf an strombasierter Wärmeerzeugung zu reduzieren – also gerade dann, wenn Dunkelflauten typischerweise auftreten. Batteriespeicher übernehmen weiterhin die Abdeckung kurzfristiger Residuallastspitzen. Wobei der Verband hier formuliert, dass auch der Einsatz von Langzeitstromspeichern denkbar sein könnte.
Der BNE entwirft damit eine nicht quantitative Vorstellung davon, wie so ein System in der Zukunft aussehen kann. Kurzfristige Flexibilität durch Batterien, mittelfristige Absicherung über flexibilisierte Bioenergie und Lasten, die bestehende Gaskapazitäten ausreichend machen, sowie langfristig erneuerbare Gase und saisonale Speicher. Die zentrale Botschaft lautet: Je stärker Flexibilitäten auf Erzeugungs-, Speicher- und Lastseite gehoben werden, desto geringer fällt der Bedarf an neuen fossilen Kraftwerkskapazitäten aus. Die Infohub-Seite des Verbands lässt sich hier besuchen.
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Kann man dann stattdessen nicht einfach NICHT aus der Kohle aussteigen? Dann spart man sich die Gaskraftwerke… für die AKW ist es ja leider zu spät. Klingt für mich jedenfalls, als suche man stets den maximal teuren Weg. Geld spielt keine Rolex sozusagen.
Da Kohle nicht so flexibel steuerbar ist, im Allgemeinen, würde das auch den Batteriespeicherbetreibern entgegen kommen…
Da gebe ich Dir absolut Recht! Gas-Kathi will, da sie Erneuerbare hasst, einen Weg, um finanziell den Umstieg als überteuert darzustellen und Erneuerbare so zu diskreditieren
Wir könnten mühelos mehrere Wochen Dunkelflauten mit Flex-Biogaskraftwerken überbrücken, u. a. Herr Uwe Welteke informiert hier Interessenten brillant zu Details 🙂
Dann wären wir unabhängig vom russischen Kriegskassen-Gas, vom umweltversauenden US-Fracking-Gas und vom arabischen Diktatoren-Gas. Unser Stromkunden-Geld würde in D und der EU bleiben statt ins feindliche Ausland zu fließen und würde stattdessen unsere Bauern & KMU im deutschen und europäischen Mittelstand stärken 🙂
@ Sticke Beer
Ein zwei Tage kann Biogas etwas für Entlastung sorgen , jedoch nicht mehrere Wochen .
1 Möglichkeit : Man bereitet mehr Biogas zu Biomethan auf und speist es in das Erdgasnetz ein.
Dafür werden dann aber wiederum Gaskraftwerks Kapazitäten gebraucht .
2 Möglichkeit : Man schafft auf den Höfen riesige Biogas Speicherkapazitäten . Leider nicht machbar
und viel zu teuer . Gleichzeitig müssten dann auch noch riesige Biogasverstromungs –
Kapazitäten aufgebaut werden , die dann leider auch nur sehr selten genutzt werden .
Man baut einen Apparat auf , der nur sehr selten genutzt wird . Das macht die Sache teuer . Was soll denn nun bitteschön mühelos sein ? Die Biogasspeicher Kosten kommen ja noch oben drauf .
Langfristige dürften Wasserstoff ready Gaskraftwerke die bessere Lösung sein .
Jap, statt Milliarden in neue Gaskraftwerke zu verbrennen besser jeder vorhandenen Biogasanlage einen 2 Wochen Gasspeicher beiseitestellen. Dann 4-fach überbauen, fertig ist der Dunkelflautenspeicher. Alles andere können Batterie-Speicher + Wind + PV zum günstigsten Preis. Aber dann könnten Frau Reiche und ihre Großkonzernbuddies sich ja nicht mehr die Taschen voll machen…
@ Große Böckman,Georg
Etwas was theorethisch möglich erscheint , ist bei genauerem hinsehen oft doch nicht möglich .
So ähnlich wie bei dem theoretisch möglichen Dach PV Potential was angeblich gehoben werden könnte .
Dann müsste das Gasspeichervolumen auf den Höfen ca. vierzig fach vergrößert werden .
Das ist schlicht nicht bezahlbar und nicht genehmigungsfähig .
In den aller meisten Fällen ist ein notwendiger vierfach größerer Stromanschluss , in vertetbarer Entfernung zu den Biogasanlagen , nicht vorhanden .
Dann stellt sich die Frage , wieviele der 8000 Biogasanlagen Betreiber so eine enorme Investition überhaupt umsetzen würden .
Die meisten Biogasanlagen sind ohnehin schon in die Jahre gekommen , so daß man darauf kaum noch aufbauen kann .
Die Idee das breitere Einsatzspektrum des erneuerbaren Biomethans auch in den Gaskraftwerken zu nutzen ist in meinen Augen genau der richtige Weg.
Aus dieser Richtung kommend sind auch neu geplante Gaskraftwerke eine branchenweite Chance.
So kann das heimische Biomethan entweder in Gaskraftwerken genutzt werden, aber AUCH anderswo flexibel anderen Nutzungen wie direkter Vertromung in dezentralen KWK Anlagen oder als Kraftstoff im Verkehrssektor eingesetzt werden. So wird der starke Vorteil des Biomethans, nämlich die breite Einsatzflexibilität voll ausgespielt.
Die stärkere Fokussierung auf Biomethan als flexibler Energieträger würde die wertvolle heimische Biogasbranche stärken und auch eine Zukunftslösung für kleine Biogasanlagen bedeuten.
Biogas ist nicht nur eine strategische und damit schützenswerte Energiereserve des Landes, sondern spielt durch die Einbettung in Nährstoffkreisläufe auch eine wichtige Rolle in der lokalen Düngerversorgung unserer Äcker.
Biomethan in der Mobilität war lange eine Randerscheinung und verliert zunehmend an Bedeutung , was auch für die Wasserstoff Mobilität gilt .
Das liegt daran , das Batterien unschlagbar günstig und langlebig geworden sind .
Eine Biomethan Tankinfrastruktur lässt sich nicht mehr aufrecht erhalten .
Biomethan ist nicht skalierbar .
Es gibt nur noch geringe Mengen an Reststoffen , die zu Biomethan vergärt werden können .
Der Großtel des Biomethans kommt zur Zeit aus Anbaubiomasse.
Mehr Anbauflächen für Mais oä. wären Wasser und Flächenverschwendung .
Intensiver Energiepflanzenanbau fördert nicht die Biodiversität .
Biomethan schmälert nicht den Badarf an Reservekraftwerken .
1 Qm Solarmodulfläche erzeugt pro Jahr 250 Kwh Strom . Das reicht für 1250 Km Fahrstrecke im E Auto .
1 Qm Anbaufläche Mais zu Biomethan verarbeitet , reicht für ca. 10 Km Fahrstrecke im Verbrenner Auto
Ich kann nicht im geringsten erkennen , welchen Sinn zusätzliches Biomethan ergeben soll , zumal jetzt der Pfad Wasserstoff Kernnetz beschritten wird .
In sieben Jahren ist das 8000 Kilometer lange Netz , sowie Kavernen ,in Deutschland fertig gestellt .
Dort werden riesige Mengen Wind und Solar Strommengen zwischengelagert .
Bitte auf >20 GW und 30 TWh Stromspeicher in den Alpen und NOR nicht vergessen!