Dieser Artikel wurde erstmals am 10.2.2025 veröffentlicht. Er ist Teil der pv magazine-Weihnachts-Retrospektive 2025, für die wir eine Auswahl der interessanten und relevanten Online-Artikel zusammengestellt haben.
Die Smart-Meter-Initiative (SMI) hat eine Übersicht der Preise erstellt, die von den sogenannten grundzuständigen Messstellenbetreibern – in der Regel sind dies die jeweiligen Verteilnetzbetreiber einer Region – für den Smart-Meter-Einbau erhoben werden. Die in der SMI zusammengeschlossenen Stromanbieter Ostrom, Rabot Energy, Octopus Energy und Tibber kritisieren „unangemessen hohe Kosten“. Die gesetzlichen Vorgaben würden „von zahlreichen Messstellenbetreibern ignoriert, die oft Mondpreise von über 600 Euro in Rechnung stellen.“
Gemäß dem am 31. Januar im Rahmen des Solarspitzen-Gesetzes https://www.pv-magazine.de/2025/01/31/solarspitzen-gesetz-vom-bundestag-angenommen/ novellierten Messstellenbetriebsgesetz halte der Gesetzgeber bis zu 100 Euro für einen vom Kunden gewünschten Einbau eines Smart Meter sowie 30 Euro jährlich für dessen Betrieb für angemessen, so die SMI. Die novellierte Fassung tritt voraussichtlich im März in Kraft, eine frühere, ab dem 1. Januar 2025 geltende Fassung definiert 30 Euro als Obergrenze für den Smart-Meter-Einbau.
Die Erhebung der zurzeit geforderten Preise habe indes auch gegenüber den Anforderungen des Solarspitzen-Gesetzes Überschreitungen um ein Vielfaches ergeben. Tibber habe deshalb die zum Eon-Konzern gehörende Bayernwerk Netz GmbH abgemahnt, Rabot Energy die ebenfalls zu Eon gehörende LEW Verteilnetz GmbH. Bayernwerk, den Angaben zufolge für etwa sechs Prozent der deutschen Haushalte zuständig, habe bis zu 888,89 Euro für einen Smart-Mater-Einbau verlangt. Bei LEW Verteilnetz seien es in einem Fall 825,53 Euro gewesen.
Viele grundzuständige Messstellenbetreiber hätten „bewusst unverhältnismäßig hohe Preise für den Einbau eines Smart Meter auf Kundenwunsch aufgerufen und damit den Rollout absichtlich ausgebremst“, so Merlin Lauenburg, Deutschlandchef von Tibber. „Diese überzogenen Preise verhindern den Zugang zu smarten und dynamischen Stromtarifen und stehen im Widerspruch zum Ziel einer bezahlbaren, digitalen Energiewende“, kritisiert Jan Rabe, Mitbegründer von Rabot Energy.
Die von der SMI erstellte Preisübersicht zeige überdies, „dass die stark überhöhten Preise ein Massenphänomen sind“. Beim größten deutschen Verteilnetz- und Messstellenbetreiber Westnetz, ebenfalls zu Eon gehörig und zuständig für rund zehn Prozent aller Haushalte, seien Forderungen bis zu 973,59 Euro pro Einbau erfasst worden. Bei der Mitteldeutschen Netzgesellschaft – mehrheitlich im Besitz von Eon – wurden 883 Euro verlangt. Insgesamt wisse die SMI „von mindestens 13 Angeboten, die in der Spitze über 500 Euro liegen“.
Von 35 Unternehmen, die in der SMI-Übersicht geführt werden, wurde bei elf der zurzeit geltende Betrag von 30 Euro für einen Smart-Meter-Einbau erfasst, bei zwei weiteren konnte kein Resultat ermittelt werden. Die übrigen 22 tauchen in der Übersicht mit teilweise deutlich überhöhten Preisen auf.
Octopus bietet Service für andere Unternehmen an
Zeitgleich mit der Veröffentlichung der SMI kündigte Octopus Energy an, sein eigenes Smart-Meter-Geschäft für Partner zu öffnen. Das Tochterunternehmen Octopus Energy Metering, ein wettbewerblicher Messstellenbetreiber, bietet demnach „seine Dienste als Full-Service-Partner an und übernimmt den gesamten Prozess – von der Hardwarebeschaffung über die Finanzierung und Installation bis hin zum Betrieb“. Das Angebot richte sich an Installationsbetriebe, die „verpflichtende Smart Meter als Komplettlösung aus einer Hand anbieten wollen – etwa für Photovoltaik, Wärmepumpen oder Wallboxen“. Die Offerte sei außerdem an Energieversorger gerichtet, „die Smart Meter für intelligente oder dynamische Tarife bereitstellen möchten“ sowie auch für „grundzuständige Messstellenbetreiber, die Octopus Energy als Whitelabel-Partner für ihren Messstellenbetrieb der Smart Meter nutzen können.“
Die Konditionen sollen die Preise, wie bei den eigenen, so auch für die Kunden der Partnerunternehmen „so gering wie möglich halten“. Man berechne deshalb auch hier keine Anschaffungs- oder Installationskosten und garantiere, „die jährlichen Betriebskosten 10 Euro unter der gesetzlichen Preisobergrenze pro Smart Meter zu halten“. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 7000 Kilowattstunden erhalte beispielsweise den Smart Meter kostenlos und zahle dann anstelle der gesetzlich festgelegten Obergrenze von 40 Euro nur 30 Euro jährlich für den Betrieb.
Für Installationsbetriebe und Energieversorger sei der Grundbetrieb kostenlos, für grundzuständige Messstellenbetreiber biete Octopus „individuelle Konditionen“.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Die Netzbetreiber als auch die Stromverläufer sehen ihre hohen Gewinne gefährdet und somit muss man die Kunden doch unbedingt abzocken, egal wie !
Bayernwerke und LEW sind Töchter der e.ON – ein Schelm der hier an Ertragsmaximierung denkt.
Und die Daten erst, unbezahlbarer Schatz für die Energiekonzerne. Endlich genaue vierteil-stündliche Verbrauchsdaten (*1) der Haushalte. Endlich lassen sich Tarife paßgenau schneidern, zum Wohle der Aktionäre und Investoren.
*1: Läßt sich übrigens von Ferne auf 1-minütige Intervalle ändern, OHNE das die Nutzer/Haushalte dies erkennen können, geschweige informiert werden.
Du widersprichst dich selber…
Wenn ihnen (E-ON) so an den Daten liegen würde, hätten sie schon alle selber mit den iMSys beglückt. Aber nein, das wollen sie scheinbar nicht. Zum einen beschäftigt sich der Kunde plötzlich mit seinem Verbrauch (früher dachte ich auch, das bringt nix zu wissen wann man was verbraucht) und erkennt Stromfresser und optimiert seinen Verbrauch. =Umsatzverringerung.
Mit einem IMSys könnten die Kunden ja auch noch zu anderen Stromversorgern, die bessere Tarife bieten wechseln…
Ausgerechnet Octopus will Service für andere Anbieter öffnen, ein Witz, wenn man sich z.B. im Photovoltaikforum deren Performance anschaut.
Bei mir wurde der Smartmeter mit dem Versprechen max. 12 Wochen dann läuft das Teil im Mai 2025 eingebaut, bis heute funktioniert es immer noch nicht, Ausreden, Vertrösten usw.
Ob es dann irgendwann doch noch funktioniert und die Messwerte dann auch passen, weiß man nicht.
Eine Sauerei ohne gleichen, da haben wir schon die höchsten Strompreise, nun werden wir noch mal abgezockt, e.on mal wiedet an erster Stelle
Was mich interessiert, kann man erhöhte Preise (>100 €) ablehnen, bzw. unter Vermerk der Richtlinie nur 100 € bezahlen?
Und hat die Abmahnung finanzielle Konsequenzen für diese Firmen ?
Ich habe auch herzlich gelacht – seit einem Jahr warte ich bei Octopus auf das Smartmeter, und bis es dann funktioniert dauert scheins nochmal genauso lang.
Was ich noch nicht begreife: Wieso erheben die VNB solche Preise, wenn es doch in ihrem Interesse ist, zu wissen, was in ihrem Netz los ist?
Na ja, dann könnten ihre Forderungen und Aussagen zum Netzzustand mit fakten hinterlegt werden, was wohl zum Nachteil der Netzbetreiber ausgehen könnte. Netze wohl doch nicht so ausgelastet wie immer getönt wird.
Bei >800 VNB und jeder nutzt seine eigene Lösung, ist wie im Mittelalter, als es 100derte Fürstentümer in D gab, es hat sich nix gebessert, wir werden immer weiter abgehängt in der Welt.