Vier Unternehmen bündeln ihre Kompetenzen für Batteriespeicher-Pilotprojekt

Batteriespeicher, Tangermünde, 15,8 MW/32 MWh, Obton Dynamic, Amperecloud, Volytica Diagnostics, Enspired

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Einen vollständig integrierten Ansatz zum Betrieb stationärer Batteriespeicher erproben vier Unternehmen an einem Projekt mit 15,8 Megawatt Leistung und 32 Megawattstunden Kapazität – also einer für heutige Verhältnisse nicht allzu großen Anlage – in Tangermünde. Das Projekt ist nach Angaben des Konsortiums „das erste seiner Art, das Überwachung, Batteriediagnose und Energiehandel in einem einheitlich koordinierten System zusammenführt“. Die Integration dieser Funktionen soll den Betrieb des Speichers vereinfachen und seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem Energiemarkt sichern.

Die Partnerschaft besteht aus dem dänischen Erneuerbare-Energien-Investor Obton Dynamic, der auch Eigentümer des Speichers in Tangermünde ist, sowie Amperecloud, einem Anbieter von digitalen Überwachungs- und Asset-Management-Lösungen für erneuerbare Energien, Volytica Diagnostics, einem Spezialisten für Batterieanalyse und -diagnostik, und Enspired, einem Unternehmen für KI-basierten Energiehandel.

Die vier Partner wollen sich nach eigenen Angaben einer zentralen Herausforderung im Batteriespeichersektor stellen, nämlich der weit verbreiteten, bislang aber kaum aufeinander abgestimmten Nutzung digitaler Tools für Betriebsführung, Zustandsüberwachung und wirtschaftliche Optimierung. In dem Projekt führen sie ihre Systeme zusammen, um so „eine kontinuierliche, datenbasierte Steuerung, von der Betriebsüberwachung bis zur Marktteilnahme“ zu erreichen.

Im Zentrum steht hierbei den Angaben zufolge die Überwachungsplattform von Amperecloud, in die sich andere Technologien über eine standardisierte Schnittstelle einbinden lassen. „Durch die Integration von Batteriediagnose und Trading in unsere Plattform ermöglichen wir Betreibern den Übergang von fragmentierten Tools zu vernetzten Prozessen“, erklärt Amperecloud-CEO Frederik Merz. Auch die Analysen der von Volytica Diagnostics bereitgestellten Software zur Batterieüberwachung sind in die Amperecloud-Schnittstelle integriert und damit Bestandteil des täglichen Betriebs. So lassen sich Degradation, Zell-Ungleichgewichte und der der Gesamtzustand der Batterie kontinuierlich bewerten.

Vervollständigt wird der integrative Ansatz durch die KI-basierte Handelsstrategie von Enspired, die auf Grundlage von Echtzeitdaten – Marktdaten ebenso wie technische Daten zum Batteriesystem – eine möglichst lukrative Vermarktung von Batteriespeichern ermöglichen soll.

Am Standort Tangermünde wollen die Kooperationspartner zeigen, „wie sich modulare Technologien – von Betrieb und Analyse bis hin zum Handel – zu einem durchgängig integrierten System verbinden lassen“. Dies soll die Transparenz erhöhen, frühzeitige Fehlererkennung ermöglichen und eine effiziente Vermarktung unterstützen. Mit dem gemeinsamen Pilotprojekt werde der Grundstein für weitere Anwendungen gelegt und zwar „sowohl im Rahmen dieser Partnerschaft als auch darüber hinaus“.

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