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pv magazine Podcast: Neue Netzentgeltsystematik AgNes, wie betrifft das die Großspeicher?

Ein Netzentgelt, das dynamisch für ein netzbelastendes, netzneutrales und netzdienliches Verhalten anfiele, könnte Großspeichern und anderen flexiblen Verbrauchern neue Impulse verleihen, ohne bestimmte Gruppen pauschal von Netzentgelten zu befreien. Wir diskutieren die Chancen eines solchen Vorschlags im derzeit laufenden AgNes-Prozess im pv magazine Podcast.
Montage und Hintergrund: pv magazine, Foto Jahn: Zeit für Klima, Foto Hepp: Green Flexibility

Etwa 28 Prozent der Stromkosten von Haushaltskunden sind für den Betrieb und Ausbau des Stromnetz bestimmt. In den nächsten 20 Jahren sollen noch weitere 700 Milliarden Euro in die Strominfrastruktur fließen. Damit die Kosten für das Netz nicht überhandnehmen und auch auf mehr Schultern verteilt werden, hat die Bundesnetzagentur eine Überarbeitung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik (AgNes) begonnen.

Im Podcast diskutiert pv magazine-Redakteurin Cornelia Lichner mit Christina Hepp von unserem Initiativpartner Green Flexibility und Andreas Jahn vom Regulatory Assistance Project welche Auswirkungen die verschiedenen Vorschläge haben könnten.

Technologisch wären Großspeicher und andere flexible Verbraucher in der Lage, die Netzausbaukosten zu reduzieren, da sie in stark belasteten Netzgebieten Erzeugungsspitzen abnehmen und Lastspitzen ausgleichen könnten. Bislang ist ihr Nutzen für einzelne Netzbereiche nicht preislich unterlegt, so dass flexibles Verhalten nicht systematisch angereizt wird und zu Lasten des eigentlichen Geschäfts einzelner Speicher an den Strommärkten geht.

Green Flexibility schlägt daher vor, einheitlich zu definieren, wann eine netzbelastende, eine netzdienliche und eine netzneutrale Fahrweise vorliegt und die Speicher zu netzdienlichem Verhalten beispielsweise durch negative Netzentgelte anzureizen. Nach Einschätzung von Andreas Jahn ließen sich die Ausbaukosten durch ein flexibleres Verhalten der Netznutzer erheblich senken.

Allerdings ist der AgNes-Prozess langfristig angelegt. Unterschiedliche Nutzergruppen, wie industrielle Großverbraucher, Großspeicher, erneuerbare Erzeuger und Haushaltskunden sollen jeweils angemessen an den Netzkosten beteiligen werden, während diese gleichzeitig Anreize zu mehr Flexibilität bieten sollen, ohne die Orientierung am einheitlichen Spotmarktpreis zu unterlaufen. Ein komplexes Vorhaben, das Zeit erfordert, wie Jahn darstellt. Gleichzeitig steht der Prozess unter Zeitdruck, weil die derzeitige Netzentgeltbefreiung für Speicher, im Jahr 2029 ausläuft. Investoren benötigen deshalb schnell Klarheit.

Green Flexibility ist Initiativpartner dieses Podcasts.

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