Eco Stor baut weiteren 103 MW/238 MWh-Speicher im Kreis Schleswig-Flensburg

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Der norwegische Batteriespeicherspezialist Eco Stor AS will über seine deutsche Tochter Eco Stor GmbH einen weiteren großen Batteriespeicher errichten. Standort der Anlage wird Schuby im Kreis Schleswig-Flensburg (Schleswig-Holstein). Etwa fünf Kilometer vom jetzt bekannt gegebenen Standort entfernt, in Bollingstedt (ebenfalls Kreis Schleswig-Flensburg) hat das Unternehmen im April den Bau eines Speichers begonnen. Beide Anlagen, Schuby und Bollingstedt, sollen jeweils 103 Megawatt Leistung und eine Speicherkapazität von 238 Megawattstunden aufweisen.

Partner für die Projektierung ist das auf Speicherkraftwerke spezialisierte Unternehmen EPW aus Großenwiehe (Schleswig-Holstein). Neben den beiden Projekten in Schleswig-Holstein verfolgt Eco Stor zwei noch größere Vorhaben mit jeweils 300 Megawatt und 660 Megawattstunden in Wengerohr (Rheinland-Pfalz) und Förderstedt (Sachsen-Anhalt). Alle sollen „in den kommenden Jahren“ realisiert werden.

Die Anlage in Schuby ensteht auf einem 1,5 Hektar großen Grundstück als ein standardisierter Block „ECO STOR ES-100C“, bestehend aus 32 Containerstationen für Wechselrichter und Transformatoren sowie 64 Containerstationen mit Lithium-Ionen-Batterien; hinzu kommt ein Anschluss an die 110 Kilovolt-Sammelschiene im Umspannwerk Schuby West. Über diesen Anschluss soll der Speicher zweimal täglich überschüssigen Strom aus Windkraft und Photovoltaik laden und zu den Nachfragespitzen morgens und abends wieder abgeben. Rein rechnerisch können damit nach Angaben von Eco Stor „rund eine halbe Million Mehrpersonen-Haushalte für jeweils zwei Stunden morgens und abends mit erneuerbarem Strom versorgt werden“.

Der Speicher soll darüber hinaus an verschiedene Strom-Marktplätze gekoppelt werden. Dies schafft für derartige Anlagen vielfältige Erlösmöglichkeiten, bei denen die Speicherkapazität vielfach nur als eine Art Rückendeckung fungiert, ohne dass der Speicher tatsächlich Strom aufnehmen oder abgeben muss. Generell ist naturgemäß das Ziel, Strom zu möglichst niedrigen Preisen einzuspeichern und zu möglichst hohen Preisen wieder abzugeben.

Eco Stor wiederholt mit der Bekanntgabe seines neuen Projekts die Forderung nach Änderungen bei der Gewerbesteuer-Gesetzgebung. Aktuell seien Batteriespeicher, anders als Wind- oder Photovoltaik-Kraftwerke, nicht von der seit 2021 geltenden Regelung betroffen, wonach die anfallende Gewerbesteuer zu 90 Prozent nach dem Ort des Sachanlagevermögens – also den am jeweiligen Standort befindlichen Erzeugungsanlagen – und nur zu zehn Prozent nach dem Unternehmenssitz des Betreibers aufgeteilt wird. Es gebe aber „gute Chancen, dass sich dieses bald ändert“ erklärt Eco Stor-Geschäftsführer Georg Gallmetzer. „Ein entsprechender Vorschlag „wurde kürzlich als Teil des Solarpaketes 1 beschlossen.“ Eine solche „Verortung der Gewerbesteuer vor Ort“ fördere den Strukturwandel in ländlichen Regionen und trage zur Akzeptanz großer Infrastrukturmaßnahmen bei.

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