Photovoltaik 2023 auf dem Weg zum größten Stromlieferanten Bayerns

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In diesem Jahr könnte Photovoltaik zum größten Stromlieferanten Bayerns werden. Im vergangenen Jahr wurden im Freistaat Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 2,1 Gigawatt installiert. Das geht aus den Daten des Marktstammdatenregisters hervor, wie der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) mitteilt. Der Verband berechnete für die installierte Leistung den durchschnittlich erwartbaren Ertrag über ein Jahr hinweg und kam zu dem Ergebnis, dass Photovoltaik auf rund ein Fünftel der bayerischen Erzeugungsleistung kommen würde.

Die aktuellen Zahlen zur Energieerzeugung und Verbrauch, die das Bayerische Landesamt für Statistik bereitstellt, kommen aus dem Jahr 2021. In dem Jahr wurden in Bayern 80 Terawattstunden Strom erzeugt. Mit 13 Terawattstunden kam Photovoltaik auf einen Anteil von 16 Prozent an der Erzeugung. Mit 23 Terawattstunden kam die Kernenergie auf einen Anteil von 29 Prozent. Allerdings wurde das Kernkraftwerk Grundremmingen im vergangenen Jahr außer Betrieb genommen. Isar 2 mit 1475 Megawatt dürfte nach aktuellen Plänen am 15. April abgeschaltet werden.

Durch den Ausbau der Photovoltaik die Abschaltung der beiden Kernkraftwerksblöcke steigt Photovoltaik zum wichtigsten Stromlieferanten noch vor Erdgas mit 14 Terawattstunden in Bayern auf.

130 Fußballfelder pro Woche nötig

Zum Jahreswechsel trat das bayerische Klimaschutzgesetz in Kraft. Demzufolge soll Bayern bis 2040 klimaneutral wirtschaften. Um das zu erreichen, müssen laut dem Verband wöchentlich die Flächenäquivalente von 130 Fußballfeldern und 1000 Wohngebäuden mit Photovoltaik-Anlagen belegt werden. Aktuell kommt Bayern auf eine Fläche von rund 75 Fußballfeldern, die pro Woche belegt werden.

Beim Ausbau der Windkraft sieht es sehr schlecht aus in Bayern. Nur 17 Anlagen mit einer Leistung von 37 Megawatt wurden 2022 errichtet. Der VBEW erwartet, dass die Windkraftanlagen nur rund fünf Prozent des Strombedarfs decken würden. Da Photovoltaik nach Aussagen des Verbands im Winter nur ein Sechstel bis einem Achtel des Ertrags während der Sommermonate liefert, sei eine Diversifizierung der Energiequellen zwingend notwendig.

„Beim Windkraftausbau müssen wir in den nächsten Jahren in allen Regionen Bayerns aber noch deutlich schneller werden“, sagt Detlef Fischer, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie und Wasserwirtschaft.

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