Siemens Energy will bei Stromübertragung auf klimaschädliche F-Gase verzichten

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Mehrere zehntausend Schaltanlagen sorgen hierzulande dafür, dass Strom zuverlässig bei den Verbrauchern ankommt. Sie sind unter anderem in Umspannwerken oder auch in Windkraftanlagen für die Energieverteilung zuständig. Das Problem: Zur Isolierung und als Schaltmedium dieser Anlagen verwenden die Hersteller meist fluorierte Gase, vor allem Schwefelhexafluorid (SF6) – das stärkste Treibhausgas der Welt. Ein Kilogramm SF6 entspricht in seiner Klimawirkung 25.200 Kilogramm CO2 und bleibt bei Austritt rund 3200 Jahre in der Atmosphäre.

Siemens Energy hat nun erklärt, bis 2030 auf SF6 verzichten zu wollen: Statt fluorierten Gasen soll künftig in der Hochspannungs-Schalttechnik industriell gereinigte Luft zur Isolierung sowie als Schaltmedium eingesetzt werden. Dafür investiert das Unternehmen jetzt 60 Millionen Euro in eine neue Fertigung von Vakuumschaltröhren am Standort in Berlin. Sie soll 2023 in Betrieb gehen. Wie das gesamte Siemens-Energy-Schaltwerk in Berlin wird auch die neue Fertigung zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.

„Siemens Energy will ab spätestens 2030 nur noch F-Gas-freie Hochspannungs-Schalttechnik verkaufen“, sagt Ulf Katschinski, Senior Vice President der Geschäftseinheit Switching Products and Systems bei Siemens Energy. „Mit der neuen Vakuumschaltröhren-Fertigung schaffen wir die notwendige Basis, um dieses Ziel zu erreichen und den steigenden Bedarf an klimaneutralen Schaltanlagen zu decken.“

Die Europäische Kommission bereitet derzeit die Überarbeitung der Verordnung über fluorierte Treibhausgase vor, die den Einsatz von neuen SF6-isolierten Betriebsmitteln wohl signifikant einschränken wird.

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