ESMC: Nur vier EU-Länder nutzen Post-Corona-Programme zur Förderung der Photovoltaik-Industrie

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672 Milliarden Euro will die EU ihren Mitgliedern über das Post-Corona-Wiederaufbauprogramm bereitstellen. Bislang haben 18 EU-Länder Pläne für die mögliche Verwendung der Mittel vorgelegt: Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Österreich, Polen, Portugal, Slowenien und die Slowakei. Der European Solar Manufacturing Council kritisiert, dass diese Pläne nicht die jüngste Industriestrategie der Europäischen Union widerspiegeln, welche die Photovoltaik-Produktion als eine der kritischen Industrien für die strategische Autonomie Europas identifiziert. Zwar gebe es große Anstrengungen mit Blick auf Wasserstoff und den Zubau erneuerbarer Energien, vor allem in Deutschland, Frankreich, Belgien und teilweise in Polen. Der Photovoltaik-Industrie werde jedoch keine entsprechende Priorität eingeräumt. Lediglich vier Mitgliedsstaaten – Italien, Portugal, Spanien und Polen – hätten die Photovoltaik-Herstellung indirekt in die potenziellen Förderbereiche aufgenommen.

Der ESMC bezeichnet dieses Signal als besorgniserregend und enttäuschend, da es bedeute, dass die benötigte Hardware für den grünen Wandel weiterhin importiert werden müsse. Dies könnte eine neue Form der Energieabhängigkeit schaffen und Europas Kontrolle über die Energiewende schwächen. Der Verband weist daher erneut darauf hin, dass die europäischen Länder im Solarbereich derzeit ein Handelsdefizit von 7,4 Milliarden Euro haben, da sie fast vollständig auf den Import von Photovoltaik-Zellen und -Modulen angewiesen seien.

Der ESMC kommt zu dem Schluss, dass EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Litauen über ein riesiges Potenzial für eine florierende Photovoltaik-Produktion verfügen. Das könne jedoch ohne die Unterstützung durch nationale „Recovery and Resilience Plans“ (RRPs) nicht richtig genutzt werden. Die Schaffung einer wettbewerbsfähigen und starken Photovoltaik-Industrie in der EU sei ohne diese Länder kaum möglich, zumal auch die RRPs anderer EU-Länder keine umfassende Unterstützung vorsehen.

Der Verband weist darauf hin, dass die nationalen RRPs noch nicht genehmigt wurden und es daher noch eine Chance gibt, die Photovoltaik-Industrie in die Förderbereiche aufzunehmen beziehungsweise die Förderung zu stärken. Die EU habe gerade die Möglichkeit, die Renaissance der Photovoltaik-Fertigung einzuleiten, so der ESMC – und das sollte Gegenstand umfassender politischer und finanzieller Maßnahmen sein.

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