Solarstrom und Schafe statt Soldaten

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Projektierer sind immer auf der Suche nach geeigneten Flächen für den Bau von Solarparks. In Frankreich ist Baywa re auf zwei stillgelegten Militärgeländen fündig geworden. Bereits vor einem Jahrzehnt hat das Münchner Unternehmen nach eigenen Angaben mit der Dekontamination und Konversion des Militärgeländes Fontenet im Südwesten Frankreichs begonnen. Mittlerweile würde etwa die Hälfte der Fläche von 160 Hektar* des alten Militärstützpunktes für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren genutzt. Das erste Photovoltaik-Kraftwerk mit 12 Megawatt ging 2014 auf dem Gelände ans Netz, ein zweiter soll voraussichtlich bis zum Jahresende fertiggestellt sein und eine Leistung von 14,7 Megawatt haben. Ein dritter Solarpark sei bereits in Planung, heißt es von Baywa re weiter.

Darüber hinaus schloss das EPC-Unternehmen im Februar eine Photovoltaik-Anlage mit 30 Megawatt auf dem stillgelegten Militärgelände „La Martinerie“ im Herzen Frankreichs ans Netz an. Er erstreckt sich über 35 Hektar auf der 2012 stillgelegten Militärbasis. Doch nicht alle Spuren der Vergangenheit sollen an diesem Ort verschwinden. So engagiere sich Baywa re gemeinsam mit dem örtlichen Verein „Les Amis de la Martinerie“ dafür, die Geschichte des Ortes zu bewahren und will einen Beitrag zur Restaurierung der Baracken auf dem Gelände leisten.

Doch nicht nur Geschichte soll an dem Ort erhalten bleiben, auch ökologische und landwirtschaftliche Aspekte sind beim Bau des Photovoltaik-Kraftwerks berücksichtigt worden, wie es weiter hieß. So haben an beiden Orten Schäfer die Möglichkeit, ihre Tiere im Schatten der Solarmodule zu züchten. „Es geht nicht nur darum, ein paar Schafe auf dem Gelände grasen zu lassen. Wir setzen auf langfristige Verträge, die einen sinnvollen landwirtschaftlichen Nutzen durch Erneuerbare-Energien-Projekte ermöglichen“, erklärt Benoît Roux, Head of Solar Development and Acquisition bei BayWa re France.

Die Schafe übernehmen zugleich die Grünpflege in den Solarparks. Baywa re hatte die Photovoltaik-Anlagen von Beginn an mit Blick auf eine weitere landwirtschaftliche Nutzung konzipiert. So seien für die Tiere Wasserstellen bereits angelegt worden und auch verschiedene Pflanzensorten gesät worden, die sich in Absprache mit den Züchtern für die Schafbeweidung gut eignen. „Zusätzlich werden die Biodiversität gefördert, heimische Arten geschützt und wirtschaftliche Aktivitäten und Arbeitsplätze vor Ort geschaffen“, so Roux.

*Anmerkung der Redaktion: Die Maßeinheit ist nachträglich korrigiert worden.

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