Kohlestandort Hamburg-Moorburg soll künftig grünen Wasserstoff und grüne Wärme liefern

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Unter dem Motto „Changing the Game of Energy“ wollen die HH2e AG, die Uniper SE und die Siemens Energy AG am Standort Hamburg-Moorburg die Erzeugung und die Bereitstellung von grünem Wasserstoff sowie grüner Prozess- und Fernwärme entwickeln und eine Wasserstoff-Handelsplattform aufbauen. Als „ikonografisches Zukunftskraftwerk“ bezeichnen die Projektpartner ihr Vorhaben. Hauptkomponenten sind demnach ein Hochtemperaturspeicher, ein Elektrolyseur und eine Gasturbine. Damit sollen große Windstrommengen als Hochtemperaturwärme gespeichert und bedarfsgerecht bereitgestellt werden.

„Erneuerbare Energien werden auf diese Weise in großen industriellen Maßstäben in den Wärmesektor integriert“, teilten die Partner am Mittwoch mit. Ein Teil der gespeicherten Energie werde als Prozessdampf an die Hamburger Industrie geliefert, ein weiterer Teil könne mittels Elektrolysetechnologie in Sauerstoff und Wasserstoff umgewandelt werden. So könne grüner Wasserstoff in großen Mengen bedarfsgerecht direkt an die Industrie und weitere Abnehmer geliefert werden, wodurch es perspektivisch möglich werde, den Wasserstoffbedarf der energieintensiven Industrie im Hamburg komplett emissionsfrei zu machen. Zudem könne der grüne Wasserstoff mithilfe einer möglichst NOx-armen, hocheffizienten Gasturbine in klimafreundlichen Strom und grüne Fernwärme für Gewerbebetriebe, Haushalte und öffentliche Einrichtungen in Hamburg umgewandelt werden.

„Wir formulieren mit diesem Projektvorhaben ein konkretes Angebot an Hamburg und alle Akteure, die sich zukünftig mit an dem Projekt beteiligen möchten“, so Alexander Voigt, CEO der HH2e AG. Vision und Ziel sei, dass Hamburg künftig bundes- und europaweit als motivierendes Beispiel für eine echte integrierte Energiewende gesehen werde, die versorgungssicher, für alle bezahlbar und über neue, innovative Partnerschaften zum Erfolg geführt werde. Die Initiatoren des Projekts wollen daher zeitnah in einen intensiven Dialog mit den Bürgern und weiteren Stakeholdern aus Hamburg eintreten.

Der Aufbau des integrierten Energiesystems soll den Partnern zufolge mit der Entstehung einer Wasserstoff-Handelsplattform einhergehen. Diese soll zu einem internationalen Marktplatz für den physikalischen und bilanziellen Handel mit Wasserstoff, aber auch für weitere aus grünem Wasserstoff gewonnene Power-to-X-Energieträgern wie Ammoniak, Methanol oder synthetischen Kraft- und Brennstoffen werden. So soll die Plattform zum Aufbau einer regional, national und global vernetzten Wasserstoffwirtschaft beitragen, deren wichtiges Kraftzentrum Hamburg sein soll. Die beteiligten Unternehmen streben Fördermittel im Rahmen des EU-Programms „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) an und haben dafür bereits eine detaillierte Projektskizze eingereicht.

Erst im Januar hatten Shell, Mitsubishi Heavy Industries (MHI), Vattenfall sowie die kommunale Wärme Hamburg eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach sie am Kraftwerksstandort Hamburg-Moorburg künftig aus Photovoltaik und Windkraft grünen Wasserstoff gewinnen und den Standort zu einem „Green Energy Hub“ entwickeln wollen. Eine finale Investitionsentscheidung für das Projekt haben die Partner jedoch noch nicht kommuniziert. Voraussichtlich im März wird der Übertragungsnetzbetreiber entscheiden, ob das Kohlekraftwerk Moorburg unter den Gesichtspunkten der Systemrelevanz in die Reserve überführt wird. Die Stadt Hamburg und Betreiber Vattenfall streben jedoch nach eigenen Bekunden an, die Flächen des Standorts zumindest teilweise zeitnah für die Entwicklung eines „Green Energy Hubs“ freizuräumen.

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