Energieverbrauch in Deutschland sinkt 2020 um sieben Prozent

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Die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland werden nach Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) 2020 um knapp 72 Millionen Tonnen sinken – ein Minus von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt zum einen am stark zurückgegangenen Energieverbrauch: Mit 11.920 Petajoule sinkt der Verbrauch im Jahresvergleich um knapp sieben Prozent. Zum anderen schlägt sich hier die Verschiebung des Energiemix hin zu den Erneuerbaren sowie, mit Abstrichen, zu Erdgas nieder. Sollte der Verlauf der Corona-Pandemie noch weitere Maßnahmen erzwingen, rechnet die AGEB mit einem noch stärkeren Rückgang bei Energieverbrauch und CO2-Ausstoß.

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sank der Primärenergieverbrauch um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dafür sind der AGEB zufolge vor allem die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie verantwortlich. Hinzu kamen langfristige Trends wie die weitere Zunahme der Energieeffizienz sowie die im Jahresdurchschnitt bisher etwas höheren Temperaturen.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch stieg in den ersten neun Monaten um insgesamt 3 Prozent. Der Zuwachs beruht überwiegend auf der witterungsbedingt höheren Stromerzeugung aus Wind- und Photovoltaik-Anlagen. Die Erneuerbaren haben jetzt einen Anteil von fast 17 Prozent am gesamten Primärenergieverbrauch. Mineralöl kommt auf 35,6 Prozent, Erdgas auf 25,4 Prozent und Stein- und Braunkohle zusammen auf 14,8 Prozent.

Gerade die Kohle hat in den ersten drei Quartalen stark an Bedeutung verloren. So lag der Verbrauch an Steinkohle nach drei Quartalen um 25,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Beim Einsatz von Steinkohle in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung betrug der Rückgang sogar mehr als 34 Prozent. Diese Entwicklung führt die AGEB vornehmlich auf die deutlich höhere Stromeinspeisung aus Wind- und Photovoltaik-Anlagen sowie auf den stärkeren Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung zurück. Der Einsatz von Koks und Kohle in der Stahlindustrie reduzierte sich konjunkturbedingt um knapp 18 Prozent.

Bei der Braunkohle betrug das Minus gar 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraums. Als Gründe nennt die AGEB neben dem pandemiebedingten Verbrauchsrückgang die Überführung weiterer Kraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft, die höhere Stromeinspeisung aus Wind- und Photovoltaik-Anlagen sowie die durch niedrige Erdgaspreise bedingte Verschiebungen der Wettbewerbssituation auf dem nationalen und europäischen Strommarkt.

Der Erdgasverbrauch verringerte sich in den ersten neun Monaten insgesamt um drei Prozent. Hier wirkten sich die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung, vor allem in den heizintensiven Monaten Januar und Februar, sowie der konjunktur- und pandemiebedingte Verbrauchsrückgang in verschiedenen Industriezweigen und im Gewerbe aus. Ein Mehrverbrauch im Kraftwerksbereich konnten die rückläufigen Entwicklungen in den anderen Sektoren nicht ausgleichen.

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