Bayerische Erneuerbare-Verbände fordern stärkeren Ausbau der Photovoltaik und Windenergie im Freistaat

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„Den Wettlauf gegen den Klimawandel gewinnt man nicht hüpfend auf einem Bein“, heißt es in der Erklärung von Solarverband Bayern und der bayerischen Sektion des Bundesverbands Windenergie (BWE). Mit diesem Bild spielen die Partner darauf an, dass sich die CSU als Regierungspartei die Förderung der Photovoltaik auf ihre Fahnen schreibt – aber die Windenergie ausbremst.

Solar- und Windenergie ergänzen sich ideal und können so das Fundament einer tragfähigen Energiewende darstellen, heißt es in der Erklärung. Während die Photovoltaik ihr Potential in den Sommermonaten ausspielt, leistet die Windenergie insbesondere in den Winter- und Übergangsjahreszeiten ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit. Gleiches gilt für die Produktion bei Tag- und Nachtzeiten. „Sonnenenergie und Windkraft brauchen einander“, so die Verbände.

Das Aufheben des Solardeckels und die Ankündigung einer Solarpflicht der Landesregierung für Neubauten in Bayern stimmen den Solarverband Bayern grundsätzlich positiv. Wichtigster Punkt im Solarbereich sei aber die Anhebung der Zubauziele im EEG. Hier müsse der bundesweite jährliche Ausbau der Photovoltaik von derzeit 2,5 Gigawatt auf mindestens 10 Gigawatt angehoben werden, damit die Energiewende schnell genug zum Atom- und Kohleausstieg geschieht. Gleichwohl fehle weiterhin ein koordinierter Ausbau, ebenso eine Lösung für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb der „Post-EEG-Anlagen“.

Nach Ansicht von Franz Lichtner, Vorsitzender des Solarvereins Bayern, müsse aber noch weitergedacht werden. „Mit der Umsetzung des EU-Winterpakets und der Erneuerbare-Energien-Richtlinie wird die regionale sowie regenerative Energieversorgung zukünftig günstiger, durch reduzierte Steuern, Abgaben und Umlagen im Strompreis. Ein optimaler Energiemix, der eine Region zeitgleich zum Verbrauch versorgt, sollte insofern das politische Ziel darstellen, um einen Standortnachteil durch hohe Energiekosten für Bayern zu vermeiden“, so Lichtner. Der Solarverband Bayern fordert die bayerische Regierung auf, deshalb die Ziele der EU-Ratspräsidentschaft mit Fokus auf Digitalisierung und Klimaschutz in Bayern umzusetzen.

Bayerisches Klimaschutzgesetz als Stellschraube für die Energiewende

Die beiden Verbände erwarten einen „Heißen Herbst“ für die Energiewende. So steht auf Bundesebene die Novelle des Erneuerbaren Energiegesetzes an. Hier soll ein Bund-Länder-Koordinierungsmechanismus vereinbart werden, der den angemessenen Ausbau in den Bundesländern sicherstellt, fordern die Verbände. Sowohl die Photovoltaik als auch die Windenergie seien unverzichtbar – nicht zuletzt, um ambitionierte Zukunftsprojekte wie die bayerische Wasserstoffstrategie überhaupt erst zu ermöglichen. Mit der Entwicklung eines deutlich ambitionierten bayerischen Klimaschutzgesetzes mit einem klaren Willen zur Dekarbonisierung sowie dem notwendigen Ausbau der Sonnen- und Windenergie, unter anderem mit einer Anpassung der 10H-Abstandsregelung für Windräder, habe es die bayerische Staatsregierung selbst in der Hand, heißt es in der Erklärung.