Schwimmende Photovoltaik-Anlage läuft besser als erwartet

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Noch sind schwimmende Photovoltaik-Anlagen in Deutschland relatives Neuland. Die wohl bisher größte dieser Anlagen mit 750 Kilowatt Leistung realisierten vor gut einem Jahr Erdgas Südwest und Kieswerksbetreiber Armin Ossola auf dem Maiwaldsee im süddeutschen Renchen. Nach einem Jahr in Betrieb zog der Betreiber nun eine durchweg positive Bilanz.

Die 2300 auf dem Baggersee installierten Solarmodule haben im ersten Betriebsjahr 860.000 Kilowattstunden Solarstrom produziert, wie Erdgas Südwest am Mittwoch mitteilte. Geplant waren 800.000 Kilowattstunden. Auch der Grad der Eigenversorgung sei höher als gedacht ausgefallen. So sei mit zwei Drittel kalkuliert worden, doch in Wirklichkeit seien 75 Prozent des erzeugten Solarstroms direkt für den Betrieb der schweren Geräte im angrenzenden Kieswerk verbraucht worden. Insgesamt konnten damit die Stromkosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent reduziert werden, wie es weiter hieß.

Die tatsächlichen Erträge der schwimmenden Photovoltaik-Anlage lagen teilweise deutlich über den Kalkulationen.

Grafik: Erdgas Südwest

Die Anlage habe zudem extremen Wetterbedingungen standgehalten. Die Solarmodule auf dem Wasser hätten sich als sturm- und wetterresistent erwiesen, hieß es mit Blick auf den stürmischen Februar 2020 und den Hitzesommer 2019. Im Februar hätten die Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometer pro Stunde lediglich für eine verbogenes Dach der Wechselrichter gesorgt. Dies sei schnell repariert worden.

Das Fazit von Kieswerksbetreiber Ossola nach einem Jahr Betriebszeit der schwimmenden Photovoltaik-Anlage lautet daher auch, dass sich die Investition von rund einer Million Euro gelohnt hat. „Es war die absolute richtige Entscheidung, in dieses Projekt zu investieren. Zusätzlich zu den positiven ökonomischen und ökologischen Aspekten haben wir mit der Anlage als umweltfreundliches, innovatives Unternehmen von uns Reden gemacht“, sagt er mit Blick auf die positiven Erfahrungen.

Auch bei Erdgas Südwest ist man von dem Konzept überzeugt. Es habe sehr viele Anfragen in den vergangenen Monaten gegeben, erklärte Boris Heller, Leiter Projektentwicklung bei Erdgas Südwest. Der Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms sei dabei ein wichtiger Baustein. Erdgas Südwest habe in den zurückliegenden Monaten weitere Projekt untersucht und entwickelt, die wohl demnächst auch realisiert werden.