EEG-Konto mehr als eine Milliarde Euro im Minus

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Es war zu erwarten: Nachdem der Überschuss auf dem EEG-Konto in den vergangenen Monaten kontinuierlich gesunken ist, lag es Ende Juni erstmals wieder im negativen Bereich. Das Minus beträgt aktuell 1,16 Milliarden Euro. Der Grund sind vor allem die gesunkenen Einnahmen der Übertragungsnetzbetreiber aus der Vermarktung des EEG-Stroms, da durch die Corona-Krise die Großhandelspreise deutlich rückläufig sind. Hinzu kommt die steigende Einspeisung der Photovoltaik-Anlagen zwischen April und September, die auch in den Vorjahren in diesem Zeitraum den Überschuss auf dem EEG-Konto abschmelzen ließ.

Nach der Aktualisierung der Übertragungsnetzbetreiber standen im Juni den Einnahmen von knapp 1,9 Milliarden Euro Ausgaben von fast 3,2 Milliarden Euro gegenüber. Erstmals seit Dezember 2013 gibt es damit wieder einen Verlust auf dem EEG-Konto. Damals war die sogenannte Liquiditätsreserve eingeführt worden, um das EEG-Konto – über das die Vergütungen für die Betreiber der Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasseanlagen finanziert werden – ins Plus zu drehen. Im März 2019 war mit 6 Milliarden Euro der bisherige Rekordüberschuss zu verzeichnen.

Die Überschüsse auf dem EEG-Konto wurden in den vergangenen Jahren bei der Berechnung der EEG-Umlage für das Folgejahr jeweils berücksichtigt und wirkten sich dämpfend aus. Für das kommende Jahr hat die Bundesregierung bereits in ihrem Corona-Konjunkturpaket beschlossen, die EEG-Umlage leicht auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde zu senken. Für diesen Schritt werden Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt. Andernfalls wäre mit einem drastischen Anstieg der EEG-Umlage 2021 zu rechnen.

Im Juni waren keine Zeiten mit negativen Strompreisen an der Strombörse zu verzeichnen. Der Marktwert Solar erholte sich zudem weiter. Er lag bei 2,473 Cent pro Kilowattstunde. Im April hatte er bei uns 0,89 Cent pro Kilowattstunde gelegen.