Erste Module von Trina Solar für 187 Megawatt Photovoltaik-Kraftwerk von EnBW installiert

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Mitte März gab EnBW den Startschuss für seinen Solarpark mit 187 Megawatt im brandenburgischen Werneuchen, der über einen Stromabnahmevertrag (PPA) refinanziert werden soll. Es ist das bislang größte Photovoltaik-Projekt dieser Art in Deutschland. Die erste Tranche der kristallinen Glas-Glas-Solarmodule mit einer Leistung von etwa 400 Watt des chinesischen Photovoltaik-Herstellers Trina Solar ist nun an der Baustelle eingetroffen. In dieser Woche begann die Installation eines sogenannten Mustertisches, der die Qualitätsprüfung von EnBW bestanden habe, hieß es vom süddeutschen Energiekonzern am Freitag. Insgesamt rund 12.000 weitere Tische, die jeweils mit 156 Modulen bestückt sind, würden nun nach diesem Vorbild folgen. Insgesamt sollen auf einer Fläche von 164 Hektar für den Solarpark letztendlich 465.000 Solarmodule installiert werden.

Während die Modulmontage gerade beginnt, seien die Kabeltrassen für die Netzanbindung an die beiden einige Kilometer entfernten geplanten Umspannwerke nahezu fertig, hieß es von EnBW weiter. Innerhalb des Geländes des Solarparks sind bisher rund 120 Kilometer Kabel im Boden verlegt, etwa die Hälfte der am Ende benötigten Parkverkabelung.

 

Der Baustart für das Großprojekt fiel mit dem Corona-Lockdown zusammen. Noch immer gelten auf der Baustelle strenge Auflagen. Bis zu 150 Arbeiter könnten während der Bauphase gleichzeitig tätig sein. Die Arbeitsschritte erfolgten zeitlich gestaffelt. Auch die Beschaffung der benötigten Komponenten habe EnBW in den vergangenen Monaten immer wieder vor Herausforderungen gestellt, erklärte Projektleiter Stefan Lederer. Beispielsweise kommen Schrauben aus der Türkei, Kabel teilweise aus Kroatien, aber auch Mitarbeiter der Baustelle sind extra dafür aus dem Ausland angereist. Doch EnBW setzt auch auf regionale Wertschöpfung bei dem Projekt. „Angefangen von der Bauleitung vor Ort über Verkehrssicherung, landschaftspflegerische und handwerkliche Leistungen bis hin zur Entsorgung gibt es bei diesem Großprojekt auch jede Menge Aufgaben, die durch regionale Unternehmen ausgeführt werden können“, so Lederer.

Bereits im Spätsommer rechnet EnBW mit der Einspeisung des ersten Solarstroms. Bis zum Jahresende soll das Photovoltaik-Kraftwerk komplett am Netz sein. 180 Millionen Kilowattstunden Solarstrom jährlich soll es dann produzieren und wenn es nach EnBW geht für 40 Jahre. Der Energiekonzern realisiert das Projekt ohne jegliche EEG-Förderung. EnBW sieht verschiedene Optionen: So könne der Solarstrom an Vertriebskunden geliefert oder über die Börse vermarktet werden. Auch ein oder mehrere langfristige PPA-Verträge seien denkbar. „Wir haben hier keinen Zeitdruck und können die für uns jeweils attraktivste Option für das Projekt wählen“, erklärt Thorsten Jörß, Leiter Projektentwicklung Photovoltaik der EnBW und Geschäftsführer des Solarparks Weesow-Willmersdorf. Er zeigt sich von der Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik überzeugt. „Photovoltaik-Großprojekte wie dieses braucht es, um die Energiewende weiter voran zu bringen. Der Solarpark Weesow-Willmersdorf ist ein Meilenstein hierzu“, so Jörß.