50 Hertz verzeichnet durchschnittlich 85 Prozent Anteil von Photovoltaik und Windkraft im Netz im Februar

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Die volatile Einspeisung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen stellt Netzbetreiber vor Herausforderungen. Eine Zwischenbilanz von 50 Hertz, dessen Übertragungsnetz sich zwischen der Ostseeküste und dem Erzgebirge erstreckt, zeigt jedoch, sie sind dieser Aufgabe durchaus gewachsen. Aufgrund der günstigen Wetterbedingungen habe es seit Jahresbeginn eine sehr hohe Einspeisung von Windkraftanlagen gegeben. Der teilweise strahlende Sonnenschein in den vergangenen Wochen führte nun auch zu einer zunehmend steigenden Solarstromproduktion.

Im Februar deckten nach Angaben von 50 Hertz Windkraft und Photovoltaik bilanziell im Monatsmittel bereits rund 85 Prozent des Stromverbrauchs im Netzgebiet. Am 23. März gab es zudem einen neuen Rekord bei der Photovoltaik: Zur Mittagszeit sei es 50 Hertz gelungen, knapp 8500 Megawatt Solarstrom ins Netz zu integrieren und zu den Verbrauchern zu liefern, ohne ein einziges Megawatt Photovoltaik-Leistung abregeln zu müssen.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, wie professionell unsere Systemführung und unser Netzbetrieb aufgestellt sind“, erklärte Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50 Hertz. Für kurzfristige Last- oder Erzeugungsänderungen nutze der Übertragungsnetzbetreiber grundsätzlich den Börsenhandel zum Ausgleich. Bislang habe sich der Bedarf an korrigierenden Regelleistungseinsätzen nicht signifikant verändert. „Auch der derzeitige Rückgang der Stromnachfrage als Folge der Corona-Pandemie-Maßnahmen ist für uns derzeit gut zu managen“, fügte Kapferer hinzu.

50 Hertz beobachte die derzeitige Situation jedoch sehr genau. Bei Bedarf werde es seine Regelleistungsreserven erhöhen, wofür im Verbund mit den anderen Netzbetreibern genügend Optionen zur Verfügung stünden, um mögliche Schwankungen auszugleichen, so Kapferer weiter. Es seien auch genügend Reservekapazitäten vorhanden, sollten aufgrund der Einspeisevorrangs der EEG-Anlagen zu niedrigen Börsenstrompreisen fossile Kraftwerke abgeschaltet werden. „Diese Kapazitäten gewährleisten in Ergänzung zur Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien einen stabilen Netz- und Systembetrieb“, erklärte Kapferer.

Anfang März hatte 50 Hertz Bilanz für 2019 gezogen. So seien im vergangenen Jahr rund 60 Terawattstunden Strom vor allem aus Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen in das Netz eingespeist worden. Trotz des Rekords konnte 50 Hertz die Kosten für Eingriffe zur Netzstabilisierung im Vergleich zum Jahr davor um 50 Millionen Euro auf 84 Millionen Euro senken.