IEA unterschätzt in seinem neuen World Energy Outlook weiterhin das Wachstum der Erneuerbaren und hält am fossil-atomaren Zeitalter fest

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Bereits in der Vergangenheit hat die Internationale Energieagentur (IEA) nie das realisierte Wachstum und auch nicht die realisierten Kostensenkungen (I) der erneuerbaren Energien in ihren Szenarien abgebildet, wie die Energy Watch Group bereits mehrfach kritisierte (II).

(I: https://bnef.turtl.co/story/neo2019?teaser=true)
(II: http://energywatchgroup.org/studies-of-iea-scenarios)

Auch in ihrem neuesten World Energy Outlook bleibt die IEA ihrer Linie treu: Kostensenkungen und das Wachstum der erneuerbaren Energien werden deutlich unterschätzt, um daraus die Notwendigkeit für fossile Energieträger bis über 2070 hinaus abzuleiten. (https://www.iea.org/weo2019/)

Die IEA ignoriert damit das eigendynamische, weltweite Wachstum der erneuerbaren Energien, das sich aufgrund der Tatsache ergibt, dass Solar- und Windenergie in Verbindung mit Speichern heute schon die günstigste Energieoption ist. Auch die inzwischen vorliegenden wissenschaftlichen Analysen, unter anderem von Sven Teske (I), Mark Z. Jacobsen (II) und auch von EWG/LUT (III), dass 100 Prozent erneuerbare Energien bis spätestens 2050 global realisierbar und kostengünstig sind, werden in den Szenarien ignoriert.

(I: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-030-05843-2)
(II: https://web.stanford.edu/group/efmh/jacobson/Articles/I/CountriesWWS.pdf)
(III: http://energywatchgroup.org/wp-content/uploads/EWG_LUT_100RE_All_Sectors_Global_Report_2019.pdf)

Für die großen zentralen Energiefragen der Welt kann die IEA damit kein ernstzunehmender Wegweiser mehr sein. Sie führt die Regierungen der Welt weiter auf den Pfad der angeblich notwendigen fossilen und atomaren Energieversorgung, statt die umfassenden Chancen einer schnellen Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien hervorzuheben. Damit macht sich die IEA weiter an den weltweiten Treibhausgasemissionen und an deren schwerwiegenden Folgen mitschuldig.

— Der Autor Hans-Josef Fell saß für die Grünen von 1998 bis 2013 im Deutschen Bundestag. Der Energieexperte war im Jahr 2000 Mitautor des EEG. Nun ist er Präsident der Energy Watch Group (EWG). Mehr zu seiner Arbeit finden Sie unter www.hans-josef-fell.de. —

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