Solarcomplex startet Bau eines Solarparks mit ökologischem Zusatznutzen

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Bienen, Hummeln und andere Insekten dürften sich auf der Fläche an der Autobahnausfahrt Engen nahe Konstanz künftig richtig wohl fühlen, auch wenn die A 81 für noch so viel Lärm sorgt: Hier entsteht ein Solarpark, dessen 1,3 Hektar große Fläche als magere, blütenreiche Wiese bewirtschaftet wird. Die Stadtwerke Engen, die zusammen mit dem privaten Grundbesitzer die 750-Kilowatt-Photovoltaik-Anlage finanzieren, und der Erneuerbare-Energien-Spezialist Solarkomplex als Generalunternehmer sprechen von einem Modellprojekt, das die häufig widerstreitenden Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz verbinde. Wobei Landwirte hier künftig nicht mehr viel zu melden haben – die zuvor als Ackerland genutzte Fläche ist dem Getreideanbau nun erst einmal entzogen. Da dort künftig weder Kunstdünger noch Pestizide oder Herbizide eingesetzt werden, verbessere die Anlage den Grundwasser- und Bodenschutz, so die Projektpartner. Die Bodenbildungsprozesse würden jährlich zehn Tonnen Kohlendioxid binden.

Die Planungen für den Solarpark Engen hatten zuvor eine landesweite Diskussion angestoßen, wie die Abstandsregelungen für Solarparks an Autobahnen in Baden-Württemberg umgesetzt werden sollen. Laut Bundesfernstraßengesetz (§ 9) dürfen in einer Entfernung von 40 Metern zu Autobahnen grundsätzlich keine baulichen Anlagen errichtet werden. Allerdings darf dem Gesetz zufolge davon abgewichen werden (§ 9, Absatz 8), wenn dem keine verkehrlichen Belange widersprechen, die Straßenbauverwaltung zustimmt und ein entsprechender Bebauungsplan vorliegt. Das ist hier der Fall: Nach Klärung der verkehrsrechtlichen Fragen haben das zuständige Landratsamt Konstanz und das Regierungspräsidium Freiburg ihr Plazet gegeben und die Stadt Engen sowie die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erstellt und eine Flächennutzungsplanänderung durchgeführt. Damit konnte Solarcomplex den Bau beginnen.

Jörg Dürr-Pucher, Leiter Projektentwicklung bei Solarcomplex, lobte den Engener Bürgermeister Johannes Moser sowie den Gemeinderat dafür, auf der Gemarkung geeignete Flächen für den Bau von Solarparks zur Verfügung zu stellen. Darin unterscheide sich Engen deutlich von der großen Mehrheit der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, die mit Hinweis auf den Flächenbedarf für Wohn- und Gewebegebiete den Bau von Solarparks bislang sehr oft ablehnten. Das habe dazu geführt, dass bundesweit aktive Projektentwickler Baden-Württemberg inzwischen schon mieden.