Enertrag, Enel und Leclanche weihen 22 Megawatt-Speicher ein

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Enertrag, Enel Green Power und Leclanche haben in der vergangenen Woche den 22-Megawatt Großspeicher im brandenburgischen Cremzow eingeweiht. Die am Projektkonsortium beteiligten Unternehmen haben nach eigenen Angaben etwa 17 Millionen Euro in den Aufbau des Energiespeichers investiert. Er werde künftig Primärregelleistung erbringen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

„Das Cremzow Projekt zeigt wie Speicher zunehmend ein integrativer Teil erneuerbarer Energiesysteme werden, weil diese das Energiesystem insgesamt sicherer, flexibler und stabiler machen,“ sagte Antonio Cammisecra, Vorstandschef der Enel Green Power. Neben dem täglichen Beitrag zur Netzstabilisierung, helfe der Speicher auch bei der Versorgungssicherheit. So könne mit dem Speicher die Systeme beim Ausfall der Versorgung neu gestartet werden, wie Enertrag-Vorstandschef Jörg Müller sagte. Er weist zudem darauf hin, dass der Speicher komplett ohne Förderung auskomme und profitabel betrieben werden könne. „Erneuerbare-Energien-Systeme sind marktreif“, so Müller.

Der Goßspeicher in Cremzow liefert dem Projektkonsortium zufolge zur Unterstützung der Frequenzstabilität des Netzes Primärregelleistung in Echtzeit. Fällt die Netzfrequenz aufgrund einer hohen Stromnachfrage, liefert der Batteriespeicher innerhalb von 30 Sekunden Leistung aus der eingespeicherten Energie. Steigt im Gegenzug die Frequenz aufgrund geringer Stromnachfrage, so stabilisiert der Speicher die Frequenz über die Zwischenspeicherung von Strom, wie es weiter hieß.

Zudem werde der Speicher als Primärregeleinheit in die Stromproduktion der Windparks von Enertrag integriert. Dabei solle untersucht werden, wie der überschüssige Windstrom in der Batterie gespeichert werden kann, um die Abregelung der Anlagen zu vermeiden. Eigentümer des Batteriespeichers ist eine eigens gegründete Projektgesellschaft, an der die deutsche Enel-Tochter zu 90 Prozent und Enertrag zu 10 Prozent beteiligt sei. Leclanche sei als Lieferant des schlüsselfertigen Speichers beteiligt und für die Integration der Batterie, des Leistungsteils und der Steuersoftware verantwortlich.

Nach Angaben der Unternehmen sind im vergangenen Jahr mehr als 600 Megawatt Primärregelleistung auktioniert worden. Seit Mai 2019 betrage die verauktionierte Primärregelleistung 605 Megawatt. Der Anteil von Stromspeichern an diesem Markt habe bereits 2017 bei 200 Megawatt und damit rund einem Drittel gelegen.