Solargeschäft beschert Wacker Chemie Gewinneinbruch im ersten Quartal

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Eine Überraschung ist der operative Gewinnrückgang bei Wacker Chemie nicht, aber die Zahlen für das erste Quartal fielen noch schlechter aus als erwartet: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44 Prozent auf 142 Millionen Euro. Wie der Münchner Konzern am Donnerstag mitteilte, sei das Ergebnis vor allem „wegen des herausfordernden Marktumfelds bei Solarsilizium und der erheblich gestiegenen Energiepreise“ zurückgegangen. Die Absatzmengen von Polysilizium seien zwar deutlich gewachsen, die Durchschnittspreise seien aber erheblich niedriger gewesen als vor einem Jahr. Das EBITDA von Wacker Polysilicon belief sich im Berichtsquartal auf -35,8 Millionen Euro (Q1 2018: 48,2 Millionen Euro).

„Zwar gehen viele Marktbeobachter davon aus, dass sich das Preisniveau für Solarsilicium im zweiten Halbjahr verbessern wird. Im Berichtsquartal war von einer solchen Entwicklung jedoch noch nichts zu spüren“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in München. Um dem Preis- und Kostendruck entgegenzuwirken, arbeite Wacker daran, die Produktionsprozesse weiter zu optimieren sowie seine Marktanteile im margenstärkeren Geschäft mit qualitativ besonders hochwertigem Polysilizium für Halbleiteranwendungen und monokristalline Solarzellen weiter auszubauen.

Wacker Chemie weist für das erste Quartal zudem ein Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 100.000 Euro aus – im ersten Quartal 2018 waren es noch 121,7 Millionen Euro. Neben den Schwierigkeiten im Solargeschäft und dem zeitweisen Ausfall einer Siliconkautschuk-Anlage haben dem Unternehmen zufolge auch die im Jahresvergleich höheren Abschreibungen das EBIT gemindert. Dabei habe sich unter anderem der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 ausgewirkt, der die Bilanzierung von Leasingverhältnissen regelt. Das Periodenergebnis des Berichtsquartals summiert sich laut Wacker auf -5,5 Millionen Euro (Q1 2018: 79,1 Millionen Euro).

An der Prognose für das Gesamtjahr 2019 rüttelt der Chemiekonzern jedoch nicht: Wacker erwartet weiterhin einen Anstieg des Konzernumsatzes um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sowie ein um zehn bis 20 Prozent sinkendes EBITDA.