BNEF: Kosten für Photovoltaik um 18 Prozent gesunken

Der Politikwechsel in China und das folgende Überangebot an Solarmodulen führten zu den sinkenden Preisen. Noch stärker als bei der Photovoltaik waren die Reduktionen der Kosten bei Lithium-Ionen-Batteriespeichern und Offshore seit dem ersten Halbjahr 2018, wie aus der jüngsten Analyse von Bloomberg New Energy Finance hervorgeht.
Die BNEF-Analysen zu den LCOE basieren auf Informationen zu realen Projekten. Die Datenbank erfasst nahezu 7000 Projekte über 20 Technologien in 46 Ländern weltweit. | Grafik: BloombergNEF

Die Kosten für erneuerbare Energien und Batteriespeicher sinken weltweit immer weiter. Nach der jüngsten Analyse von BloombergNEF (BNEF) sind die Levellized Costs of Power (LCOE) für die Photovoltaik im vergangenen Jahr um weitere 18 Prozent gesunken. Der größte Rückgang sei im dritten Quartal 2018 erfolgt – als Konsequenz aus dem Photovoltaik-Politikwechsel der chinesischen Regierung Ende Mai. Diese habe zu „einer riesigen globalen Angebotsflut von Modulen“ geführt, so die BNEF-Analysten. Der Benchmark-LCOE habe bei 57 US-Dollar pro Megawattstunde für Projekte gelegen, deren Bau zu Jahresbeginn 2019 gestartet sei.

Auch die Kosten für die Windkraft an Land sanken im vergangenen Jahr um zehn Prozent. Hier geben die BNEF-Analysten den Benchmark-LCOE mit 50 US-Dollar pro Megawattstunde zu Jahresbeginn 2019 an. Noch größer waren die Kostenreduktionen aber bei Lithium-Ionen-Batterien und Offshore-Windkraft. Die LCOE für Speicher seien um 35 Prozent auf 187 US-Dollar pro Megawattstunde gesunken. Bei der Windkraft auf See sei eine Senkung der Kosten um 24 Prozent zu verzeichnen gewesen. Der LCOE liege mittlerweile unter 100 US-Dollar pro Megawattstunde.

“Im Rückblick auf dieses Jahrzehnt hat sich die Kostenwettbewerbsfähigkeit dieser kohlenstoffarmen Optionen dank technologischer Innovationen, Größenvorteilen, hartem Preiswettbewerb und Fertigungserfahrung erheblich verbessert“, erklärte Elena Giannakopoulou, Leiterin der Energiewirtschaft beim BNEF. Die Analyse zeige, dass der LCOE bei der Photovoltaik seit 2010 um 84 Prozent gesunken sei. Bei On- und Offshore-Windkraft sind es BNEF zufolge 49 respektive 56 Prozent in diesem Zeitraum sowie bei Batteriespeichern seit 2012 bereits 76 Prozent.

Die Kostenverbesserungen bei den Lithium-Ionen-Speichern wiederum eröffneten neue Möglichkeiten, um die schwankende Einspeisung der Erneuerbaren besser auszugleichen. Batterien, die mit Photovoltaik- oder Windprojekten kombiniert sind, beginnen in vielen Märkten und ohne Subventionen mit der Kohle- und Gasproduktion um die Bereitstellung von grundlastfähigem Strom zu konkurrieren, wie die Analysten weiter schreiben. Auch für die Bereitstellung von Regelenergie und dem Kappen von Lastspitzen stellten Batteriespeicher eine immer größere Konkurrenz zu den konventionellen Kraftwerken dar.

“Photovoltaik und Onshore-Windkraft haben in den meisten Ländern den Wettlauf um die günstigsten Quellen für neue “Bulk-Erzeugung” gewonnen, aber der Anspruch der saubere Technologien geht nun weit darüber hinaus und bedroht die ausgleichende Rolle, die vor allem Betreiber von Gaskraftwerken zu spielen gehofft haben”, erklärte Tifenn Brandily, Energiewirtschaftsanalystin bei BNEF.

Anmerkung der Redaktion: Der Titel der Meldung ist nachträglich leicht geändert worden. BNEF vergleicht bei seinen Analysen die Kosten im ersten Halbjahr 2018 mit jenen im ersten Halbjahr 2019.

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Kommentare

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Und an der Entwicklung des Zubaus von PV in Deutschland sieht man, das wenn die Kosten für PV deutlich stärker sinken wie die Einspeisevergütung nach §49 EEG , es zu einem starken Anstieg des Zubaus von PV kommt ( über 70 % mehr in 2018 als 2017 ) , weil sich dann viele renditeorientierte Dacheigentümer sich eine über das EEG geförderte PV-Anlage anschaffen. Da aber nach heutigem EU-Recht solche Überförderungen, anders als in den Jahre 2010 bis 2012 gemeldet werden müssen und dann abzubauen sind, kam es hier zu Sonderkürzungen für das Segment der Dachanlagen über 40 KW Peak-Leistung , die diese Überförderung in diesem Segment bis April abbauen sollen.