Photovoltaik im Wärmedämm-Verbundsystem integriert

Teilen

Dach, Fassade, Decke – Es gibt viele verschiedene Arten, um Photovoltaik zu installieren. Bei der Sanierung eines Bestandswohnhauses in Frankfurt sei nun die weltweit erste „In-Putz“ -Anlage auf Basis organischer Photovoltaik (OPV)-Technologie umgesetzt worden, teilten die kooperierenden Unternehmen DAW und Opvius am Donnerstag mit. Es handele sich um ein multifunktionales Fassadensystem, das in der Putzebene des Gebäudes liegt. Das OPV-System ergänze als „aktive Komponente“ die Funktionalität des Wärmedämm-Verbundsystems.

Die Anlage leistet somit einen Beitrag, um das Wohnhaus zu einem Plusenergiegebäude zu machen. In Zukunft können die energetischen Erfassungen der Gebäudehülle im Bereich der Energiebilanzierung nicht nur durch passive Komponenten wie Wärmedämmung eingerechnet werden, sondern eine Kombination aus aktiver Energieerzeugung und passivem Wärmeschutz zu einer Gesamtbilanzierung führen, wie es weiter hieß. Allerdings stelle die Integration von erneuerbaren Energien gerade bei Sanierungen eine große Herausforderung dar. Dies sei auch der Grund, warum Fassaden-Anlagen bisher fast ausschließlich bei Neubauten eingesetzt worden. Die bislang verfügbaren Solarmodule würden oft nicht mit den Gebäude-Geometrien einhergehen. Der Einsatz klassischer Solarmodule – meist als Vorhangfassade sei aufwendig und teuer, so die Unternehmen.

Bei dem Projekt in Frankfurt haben DAW und Opius nach eigenen Angaben die organische Photovoltaik ein konventionelles Fassaden-Produkt integriert. Damit entsteht eine warmgedämmte Fassade, die um eine energetisch wertvolle Komponente ergänzt sei. Das entwickelte System sei auf alle Gebäudetypen und Fassaden mit Wärmdämm-Verbundsystem übertragbar und sei eine tatsächliche Lösung für die Problematik von Photovoltaik-Fassaden im Bestand dar, so die Unternehmen weiter.

„Die Energieeinsparverordnung erlaubt es uns, Erträge aus bauwerksintegrierter Photovoltaik auf die Primärenergiebilanz der Gebäude anzurechnen und damit den starken Erhöhungen der Dämmstoffdicken entgegenzuwirken“ erklärte Thomas Loewenstein, Projektleiter bei der DAW SE. Hermann  Issa, Senior Director Business Development & Sales bei Opvius sieht das enorme Potenzial für die Lösung. „Durch die gestalterische Freiheit der OPV in Kombination mit einem günstigen, konventionellen Bauprodukt, eröffnen sich völlig neue Märkte. Mit Ausblick auf die Energiewende und die anstehende energetische Sanierung einer riesigen Anzahl an Bestandsgebäuden, stellt diese eine neue und zudem einfache Lösung für die Zukunft dar“, so Issa.