Restore vermarktet erste deutsche Reservegruppe als Primärregelleistung

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Nach England und Belgien bringt Restore seit Montag auch in Deutschland die erste sogenannte Reservegruppe industrieller Großverbraucher in die Vermarktung von Primärregelleistung (PRL). „Unterschiedliche Anlagen werden so zusammengeschaltet, dass sie gemäß ihrer Möglichkeiten nur Teile des PRL-Frequenzbandes bedienen. In der Kombination auf Ebene der Reservegruppe ergibt sich dann natürlich eine vollständige PRL, die als solche vermarktet werden kann“, erläuterte Dirk Rosenstock von Restore gegenüber pv magazine. Aus Sicht des Unternehmens sei das ein ganz wesentlicher Schritt, um die Verbrauchsseite immer weiter aktiv in die Umsetzung der Energiewende einzubinden. Als Vorteil nennt Rosenstock „vor allem, dass nun auch die Industrieverbraucher in größerem Maß an dieser Regelleistung teilnehmen können, denn eine rein symmetrische Erbringung ist für sie nur in seltenen Fällen möglich.“

Basis für die jetzt wachsende Reservegruppe bilden laut Restore die großen Verbrauchsanlagen des PVC-Produzenten Vestolit und des Titanzink-Herstellers Rheinzink. Die Innovation für den deutschen Markt bestehe darin, dass der übliche Frequenzbereich in der Primärregelleistung von +/- 200 Millihertz so aufgeteilt und über entsprechende Algorithmen intelligent gesteuert werde, dass jede Anlage nur bestimmte Teile davon erbringe. Möglich werde das durch Restore-Regelungstechnik, die auf patentierten Softwarelösungen basiere. Jede der Anlagen beteilige sich in dem Maße, wie es sich mit den Anforderungen aus der Produktion vereinbaren lasse. Damit passe sich diese Regelleistung nicht nur in die Produktionsprozesse ein, sondern ermögliche wegen der Kombination aus unterschiedlichen Flexibilitäten auch eine deutliche Wertsteigerung gegenüber der herkömmlichen Primärregelleistung.

„Industrielle Großverbraucher können nun verstärkt über die anspruchsvollste Art der Regelleistung ihren Beitrag zur deutschen Energiewende leisten und mit der Flexibilität aus ihren Prozessen der Netzstabilität in Europa dienen“, heißt es bei Restore. Mit den überarbeiteten Präqualifikations-Bedingungen der Übertragungsnetzbetreiber seien zahlreiche flexibilitätssteigernde Möglichkeiten geschaffen worden. Hierzu zähle auch die verstärkte Integration der Verbrauchsseite zur Netzstabilisierung durch die Bildung von Reservegruppen.