Polarstern: Mit Standardisierungen kann Mieterstrom im klassischen Wohnungsbau Fuß fassen

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Auch wenn Leuchtturmprojekte in Passiv- und Plusenergiehäusern zeigen, wohin die Reise mittel- bis langfristig geht: Um die Energiewende wirkungsvoll zu unterstützen, muss die dezentrale Energieversorgung von Gebäuden aus Sicht von Polarstern den klassischen Wohnungsbau erreichen. „Es müssen Konzepte entwickelt werden, mit denen Mieterstrom in Immobilien umgesetzt wird, die sich auch junge Familien leisten können“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Münchener Ökoenergieversorgers und Mieterstromdienstleisters.

Wie das funktioniert kann, will Polarstern bei seiner Zusammenarbeit mit Baustolz zeigen. Das Familienunternehmen gehört zur Strenger-Gruppe und wirbt damit, in kurzer Bauzeit moderne Eigenheime für einen Festpreis bis zu 20 Prozent unter dem regionalen Marktpreis zu realisieren – durch klare klare Prozesse, hohe Stückzahlen und eine standardisierte Bauweise. „Die bauliche Standardisierung ermöglicht es uns, die Investitionskosten inklusive Installation und Wartung zu reduzieren“, sagt Florian Henle mit Blick auf die Versorgung mit Mieterstrom. Seien die Gebäude, die technische Ausstattung und die Haushaltsstruktur ähnlich und die beteiligten Partner die gleichen, könne Mieterstrom fast schon als Standardprozess aufgesetzt werden. Das sei ein riesiger Vorteil, da gerade die Abstimmung zwischen den Schnittstellen und die unterschiedlichen technischen Herausforderungen einen starken Einfluss auf die reibungslose Umsetzung des Mieterstromprojekts hätten.

In einem ersten gemeinsamen Projekt wollen Baustolz und Polarstern jetzt eine Reihenhaussiedlung mit 14 Einheiten mit einer Photovoltaik-Anlage – mit 51,85 Kilowatt auf dem Dach und 23,76 Kilowatt an der Fassade – sowie mit einem Speicher mit 41,40 Kilowattstunden ausstatten. Zudem soll jede Wohneinheit eine dezentrale Wärmepumpe bekommen, die ebenfalls mit Solarstrom versorgt wird. Damit soll ein Eigenverbrauch von rund 64 Prozent und eine Reduzierung der Stromkosten um etwa 13 Prozent verglichen zum Grundversorgertarif erreicht werden.