Aktien von Yingli werden nach Delisting an der New Yorker Börse bei OTC Pink gehandelt

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Der einst größte Hersteller von Solarmodulen hat in den vergangenen Jahren einige Rückschläge hinnehmen müssen. In den vergangenen Monaten spitzte sich die Lage weiter zu und es gab mehrere schlechte Nachrichten bezüglich Rückzahlung von Schulden und Schlichtungsversuchen mit den Gläubigern.

Als jüngsten Schlag veröffentlichte die Yingli Green Energy Holding Company Limited am vergangenen Samstag, dass ihre Aktien an der New York Börse (NYSE) aus dem Handel genommen wurden, nachdem es die Vorgaben für eine Aufrechterhaltung der Notierung nicht erfüllen konnte. So hätte YIngli seine weltweite Marktkapitalisierung an 30 aufeinanderfolgenden Tagen bei mindestens 50 Millionen US-Dollar halten müssen. Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug aber weniger als 50 Millionen US-Dollar, wie der chinesische Photovoltaik-Hersteller veröffentlichte. Er kündigte an, die NYSE-Entscheidung nicht anzufechten. Zugleich geht Yingli davon aus, dass seine Aktien ab Montag (2. Juli) an der OTC Pink gehandelt werden.

Weiter geht Yingli davon aus, dass der Übergang die Rechter der Inhaber der American Depositary Shares (ADS) nicht beeinflusst. Gleiches gelte für die Geschäftstätigkeiten. Keine Aussagen machte Yingli dazu, ob es künftig keine Quartalsberichte mehr veröffentlichen werde. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller unterliegt weiterhin den öffentlichen Berichtspflichten der US-Börsenaufsicht, wie sie für ausländische private Emissionen gelten.

OTC Pink ist der niedrigste von drei Handelsplätzen, der von der OTC Markets Group angeboten und betrieben wird. Er wird als „The Open Marketplace with Variable Reporting Companies“ bezeichnet.

Im April hatte Yingli seine Finanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Dabei erklärte der chinesische Photovoltaik-Hersteller, dass 2017 einen Nettoverlust von 510 Millionen US-Dollar angefallen ist. Seine Verbindlichkeiten bezifferte Yingli mit insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar. Wenige Tage später reichte es einen Antrag zu Schlichtung ein. In dem Fall geht es um die Zahlung von Kompensationen in Höhe von 897,5 Millionen US-Dollar an einen Polysiliziumlieferanten, mit dem Yingli einen langfristigen Liefervertrag eingegangen war. Es folgte wenig später die Nachricht, dass es umgerechnet etwa 65,7 Millionen US-Dollar für eine mittelfristige Anleihe zurückzahlen muss, die eigentlich 2015 und 2016 fällig waren.