Stromerzeugung: Photovoltaik und Windkraft im ersten Halbjahr so gut wie nie

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Im ersten Halbjahr war der Strom in Deutschland so sauber wie noch nie. Das Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und Eon gaben in den zurückliegenden Stunden jeweils Rekordmeldungen heraus, was die Erzeugung aus Photovoltaik und Windkraft im ersten Halbjahr anbetrifft.

Der BSW-Solar machte am Sonntag den Auftakt und vermeldete die „Rekordernte“ der in Deutschland installierten etwa 1,6 Millionen Photovoltaik-Anlagen*. Sie hätten im ersten Halbjahr rund 23,6 Terawattstunden Solarstrom erzeugt – knapp acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ungewöhnlich sonnenreiche Frühjahr und die anziehende Nachfrage werden als Hauptgründe für die gestiegene Einspeisung vom BSW-Solar angeführt. Als Rekordtag gibt der Verband den 6. Mai an mit 260 Gigawattstunden Solarstrom. Die Woche mit dem höchsten Einspeisewert sei die 21. Kalenderwoche mit mehr als 1,5 Terawattstunden Solarstrom gewesen, heißt es auf Nachfrage von pv magazine weiter.

Eon verkündete zusätzlich am Montagmorgen, dass die Erneuerbaren im ersten Halbjahr erstmals über 100 Terawattstunden Strom produziert hätten – genauer sollen es 104 Milliarden Kilowattstunden gewesen sein. Das sei ein Anstieg um 33 Prozent innerhalb von drei Jahren. Die Windparks hätten dabei mit rund 55 Milliarden Kilowattstunden den größten Anteil am Rekord. Die Photovoltaik-Anlagen kommen bei Eon auf 21 Milliarden Kilowattsunden und die Biomasseanlagen auf 20 Milliarden Kilowattstunden. Die Wasserkraftwerke erzeugten Eon zufolge rund acht Milliarden Kilowattstunden.

Energy Charts vom Fraunhofer ISE betrachten die Nettostromerzeugung in Deutschland. Nach ihren Auswertungen kommen Photovoltaik- und Windkraftanlagen gemeinsam auf etwa 77,5 Terawattstunden im ersten Halbjahr – gegenüber 67,8 Terawattstunden im Vorjahreszeitraum. Für die Photovoltaik-Anlagen geben die Freiburger Wissenschaftler die Einspeisung ins öffentliche Netz mit 22,3 Terawattstunden an – eine Erhöhung um 12,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Die maximale Solarleistung lag demnach am 6. Mai, 13 Uhr bei etwa 31 Gigawatt. Zudem diesem Zeitpunkt stammte die Hälfte der gesamten Stromerzeugung aus Photovoltaik, wie es weiter hieß. Auch insgesamt hätten die Photovoltaik-Anlagen im Mai und Juni mehr Strom erzeugt als die Kernenergie und die Steinkohlekraftwerke.

Die Einspeisung der Windkraftanlagen gibt das Fraunhofer ISE für das erste Halbjahr mit 55,2 Terawattstunden an. Die Windenergie sei damit im ersten Halbjahr die zweitwichtigste Energiequelle nach der Braunkohle gewesen. In Summe trugen die Erneuerbaren im ersten Halbjahr nach Berechnungen des Fraunhofer ISE rund 113 Terawattstunden zur Nettostromerzeugung in Deutschland bei. Dies gebe den Strommix wieder, der tatsächlich aus der Steckdose komme und hier hätten die Erneuerbaren einen Anteil von 41,5 Prozent erreicht. Der Anteil der Erneuerbaren an der gesamten Bruttostromerzeugung lag den Freiburger Forschern zufolge bei 38 Prozent.

*Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich stand dort mehr als 3,5 Millionen – dies beinhaltet jedoch auch die etwa zwei Millionen Solarthermie-Anlagen.