Exide Industries und Leclanché kündigen Joint Venture für Batterieherstellung in Indien an

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Leclanché hat mit Exide Industries, Indiens größter Hersteller von Bleibatterien, hat ein Joint Venture gegründet, wie der Schweizer Energiespeicheranbieter am Mittwoch mitteilte. Sie wollten künftig gemeinsam Batteriemodule und Batteriespeicher herstellen. Die Produktion werde im zweiten Quartal 2019 in Betrieb gehen, hieß es zu den Plänen. Zudem soll Leclanché zufolge eine Produktionsanlage von Lithium-Ionen-Batteriezellen im Bundesstaat Gujarat aufgebaut werden, die dann Mitte der 2020er Jahre bereitsbereit sein soll. Bis dahin würden die Batteriezellen aus dem deutschen Leclanché-Werk in Willstätt bezogen, erklärte das Schweizer Unternehmen weiter. Dort werden Lithium-Titanat- und Lithium-Graphit / NMC-Zellen gefertigt.

Weitere Einzelheiten zu den Plänen konnte ein Leclanché-Sprecher auf Anfrage von pv magazine nicht machen. Er sagte nur, dass es aus Sicht des Unternehmens ein „Meilenstein“ und ein großer Fortschritt für die eigenen Aktivitäten in Indien sei. Exide Technologies war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen.

Aus einer Börsenveröffentlichung des indischen Herstellers an der Börse in Mumbai geht hervor, dass Exide Technologies sich zu 74,99 Prozent am Anfangskapital des Joint Ventures beteiligt. Leclanché hält demnach einen Anteil von 25,01 Prozent. Erst kürzlich hatte das Schweizer Unternehmen bekannt gegeben, dass sein größter Aktionär FEFAM eine Investition von bis zu 20 Millionen Schweizer Franken für das Joint Venture in Indien genehmigt hat.

Speicherlösungen

Während Exide Industries sein umfassendes Vertriebsnetz und seine Marke auf dem indischen Markt in das Joint Venture einbringt, wird Leclanché eine Lizenz für die Nutzung der „neuesten und effizientesten“ Technologie für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien und -module sowie die anderen, damit verbundenen Systeme.

„Als Ergebnis dieser einzigartigen Kombination wird das Joint Venture ideal positioniert sein, um ein führender Anbieter von Speicherlösungen für Elektrofahrzeuge und Energiespeicheranwendungen in Indien sein sowie einen Beitrag leisten, um Lösungen für den steigenden Anteil Erneuerbarer zu entwickeln und damit Indiens Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren“, heißt es von den Unternehmen.

Nur zwei Tage vor der Vereinbarung mit Leclanché hat Exide Industries bekanntgegeben, dass es mit Tudor India einen Kaufvertrag für deren Fabrik im Bundesstaat Gujarat geschlossen hat. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von „Live Mint“ bei etwa 350.000 US-Dollar. Der Vertrag solle innerhalb eines Monats in Kraft treten, hieß es weiter.

Inländische Produktionspläne

Die indische Regierung drängt derzeit aktiv darauf, eine starke heimische Fertigungsindustrie aufzubauen. Dies soll die Pläne unterstützen, Indien zu einem weltweit führenden Markt für erneuerbare Energien zu machen.

Zuletzt hatte Indiens Energieminister RK Singh bestätigt, dass alle zukünftigen Zuschläge in Photovoltaik-Ausschreibungen mit heimischer Produktion kombiniert werden. „Wir werden Zuschläge und die Verpflichtung vergeben, bis zu 50 Prozent der Kapazitäten im Inland herzustellen. Das meint die Herstellung von Solarzellen“, sagte er.  „Wir werden einer der größten Märkte für Speicher in der Welt. Wir werden Speicher sukzessive mit den Zuschlägen verbinden. Es wird auch eine Verpflichtung geben, die Speicher bis zu einem bestimmten Prozent herzustellen“, so Singh weiter.

Auf der Smarter E vergangene Woche in München erklärte dagegen Shri Anand Kumar, Minister für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) in Indien, Indien müsste nicht unbedingt ein Fertigungszentrum für Photovoltaik und Speicher werden. Unmittelbar nach der Messe kündigte das Ministerium eine Photovoltaik-Ausschreibung mit 100 Gigawatt an, die auch die Herstellung der Photovoltaik-Produkte und Speicher vorsieht.