Enyway startet Crowdfunding auf seinem Online-Marktplatz

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Enyway bietet ab sofort Crowdfunding an. Die Verbraucher könnten damit nicht nur ihren Strombezug über den im November gestarteten Online-Marktplatz abwickeln und Ökostrom direkt von Betreibern Erneuerbarer-Anlagen beziehen, teilte das Hamburger Spinoff von Lichtblick am Mittwoch mit. Sie könnten nun auch in Photovoltaik-Anlagen investieren und attraktive Renditen erzielen. Enyway will damit „dem Durchschnittsverbraucher“ ermöglichen, in die Eigenversorgung mit Strom zu investieren und die Energiewende voranzubringen. „Ab sofort habe ich auch als Mieterin die einzigartige Möglichkeit, in meine persönliche Stromversorgung zu investieren und damit quasi zum Selbstversorger zu werden“, erklärte Varena Junge, Mitgründerin von Enyway und verantwortlich für Vertrieb und Marketing.

Das Crowdfunding sei für die Investoren schon für wenige hundert Euro möglich. Enyway ermittelt dabei jeweils einen individuellen Investitionsbetrag in Abhängigkeit von dem persönlichen Strombedarf des Verbrauchers. Die Beträge lägen zwischen 200 und 1000 Euro, wie ein Enyway-Sprecher auf Nachfrage von pv magazine konkretisierte. So finanziert jeder Crowdinvestor den Anteil an der ausgewählten Photovoltaik- oder Windkraftanlage, der erforderlich ist, um den eigenen Haushalt mit Strom zu versorgen, wie das Unternehmen weiter erklärte. Bei den Investitionen handele es sich um ein Nachrangdarlehen. Die Laufzeit der aktuellen Photovoltaik-Projekte liege bei acht Jahren und die Verzinsung bei mindestens vier Prozent jährlich. In ertragsreichen Jahren seien sogar bis zu sechs Prozent per anno möglich, so Enyway weiter.

„Mit diesem Angebot kann ich nicht nur meinen Ökostrom direkt an andere Menschen verkaufen, sondern gleichzeitig all meine Kunden direkt an den Erträgen der Solaranlage beteiligen“, sagt Marcus Biermann, einer von derzeit mehr als 30 Stromverkäufern auf Enyway. Er ist auch Initiator und Eigentümer des ersten Crowdfunding-Projektes und sieht darin die Energieversorgung der Zukunft, die ohne große Konzerne aufkommt. Bis Mittwochnachmittag haben sich Crowdfunding-Investoren bereits mit 13.700 Euro beteiligt. Die Fundingschwelle beträgt 80.000 Euro. Maximal sollen 120.000 Euro zur Finanzierung der Photovoltaik-Anlage von Biermann mit 580,13 Kilowatt Leistung eingesammelt werden.

Im November 2017 startete Enyway seine Online-Plattform. Seither können Betreiber von Photovoltaik-, Windkraft- und anderen Erneuerbaren-Anlagen ihre erzeugte Energie direkt an Stromverbraucher verkaufen. Der Marktplatz ist dabei für die Stromkäufer kostenlos, wenn sie noch zwei Freunde von Enyway überzeugen. Ansonsten ist ein Monatsbeitrag zur Finanzierung der Plattform von 3,99 Euro vorgesehen. Als größten Unterschied zu bestehenden Community- und Regionalstromkonzepten nennt das Hamburger Start-up, dass jeder Haushalt sich als Stromkäufer beteiligen kann und völlig frei sind, welche Hardware sie einsetzen.

Bereits mit Marktstart hatte Enyway eine Interessenbekundung für Crowdfunding mit großem Erfolg gestartet, wie es weiter hieß. Dieses positive Kundenfeedback habe das Unternehmen bestärkt, alle behördlichen Genehmigungen einzuholen und die erforderlichen Prozesse umzusetzen, damit der Online-Marktplatz für das Crowdfunding erweitert werden konnte. In nächster Zeit sollen weitere Projekte angeboten werden. Wann genau, sei noch nicht ganz spruchreif, so der Sprecher von Enyway.