Kanadisches Joint Venture will mit neuartigen Modulen Kosten um 30 Prozent senken

Die kanadische Tochter des italienischen Modulherstellers Silfab S.r.l. hat sich mit Morgan Solar Inc. zusammengetan, um neuartige Photovoltaik-Module  für große kommerzielle Projekte auf dem nordamerikanischen Markt zu entwickeln und herzustellen. Dabei sollen mithilfe gängiger Produktionsprozesse für niederkonzentrierende Photovoltaik-Technologie in Standardmodule integriert werden. Ziel sei es, in den Modulen den Siliziumbedarf ohne Einbußen bei der Leistung zu senken.

In den neuen Modulen, die bereits für Testprojekte im nächsten Jahr hergestellt werden sollen, werde bereits 62 Prozent weniger Silizium verwendet, sagt John Paul Morgan, CTO von Morgan Solar, im Interview mit pv magazine. Möglich seien Einsparungen von bis zu 80 Prozent. Die Leistung werde zwar leicht reduziert, im Vergleich zu den Kosteneinsparungen sei das aber vernachlässigbar. Nach früheren Angaben der Unternehmen senkt der reduzierte Zellen- und Siliziumverbrauch die Gesamtkosten pro Modul um bis zu 30 Prozent.

Weltweit liegen die durchschnittlichen Modulpreise für Großanlagen bei umgerechnet 26 bis 27 Eurocent pro Watt (31 bis 32 US-Dollarcent), sagte Jenny Chase von Bloomberg New Energy Finance vor kurzem pv magazine. Da sich die Preise für Polysilizium im ersten Halbjahr 2018 nur wenig bewegen würden, würden die Preise – bei einer Bruttomarge von zehn Prozent – durchschnittlich bei etwa 28 Eurocent pro Watt, zur Jahresmitte hin bei etwa 25 Eurocent pro Watt liegen.

Das Joint Venture wolle im kommenden Jahr Module mit einer Gesamtkapazität von zehn Megawatt im Silfab-Werk bei Toronto für die geplanten Testprojekte produzieren. 2019 sollen es bereits „Hunderte von Megawatt“ sein. 2020 werde die Produktion weiter steigen, wenn die Nachfrage dafür vorhanden sei, sagte Morgan.

Derzeit habe Silfab in dem Werk eine Produktionskapazität von rund 350 Megawatt, 2015 waren es noch 180 Megawatt. Die Produktion sei dabei mit Smart-Modul-Technologien, Glas-Glas-Lösungen und bifazialen Modulen fast vollständig ausgelastet. Um der geplanten Expansion Rechnung zu tragen, investiere Silfab derzeit in eine „ziemlich bedeutende“ Produktionserweiterung.

Nach Aussage von Morgan wurden die neuartigen Module so entwickelt, dass sich bestehende Produktionslinien mit wenigen Modifikationen dafür umrüsten ließen. Da die Zellen schmaler seien, werde ein zusätzlicher Schneide-Schritt hinzugefügt – es werde eine Viertelzelle oder weniger verwendet, obwohl die Technologie auch mit Halbzellen kompatibel sei, erklärt Morgan. Investition im sechsstelligen Bereich seien notwendig, um bestehende Anlagen für ein großes Produktionsvolumen der neuen Module hochzufahren, sagt Morgan.

Morgan Solar hat unter anderem das Simbax CPV-Modul entwickelt und erhielt unter anderem dafür kürzlich eine Förderung der kanadischen Regierung in Höhe von 3,7 Millionen kanadischen Dollar. Bis heute, sagt Morgan, habe das Unternehmen mehrere Millionen in die Entwicklung der Technologie investiert. Vor zwei Jahren habe sich Morgan Solar dazu entschieden, eine günstige Technologie zu entwickeln, die mit der konventionellen Silizium-Photovoltaik konkurrieren könnte. Ziel sei es gewesen, im Anschluss bestehende Produktionsstätten zu nutzen und nicht etwa neue aufzubauen.