Drei von vier Übertragungsnetzbetreiber erhöhen Entgelte 2018

Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Entgeltforderungen für das kommende Jahr veröffentlicht. Drei der vier Unternehmen planen teilweise kräftige Erhöhungen, wie Strom-Report berichtet. Amprion, das die Netze in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz betreibt rechne mit Mehrkosten von 45 Prozent. Der Übertragungsnetzbetreiber in Baden-Württemberg, TransnetBW, gehe von einem Anstieg um rund 13 Prozent aus. Konkurrent Tennet prognostiziere einen Anstieg um rund neun Prozent. Einzig der Betreiber der Übertragungsnetze in Ostdeutschland, 50 Hertz, will die Preise senken und zwar um elf Prozent, wie es weiter hieß. Im Schnitt lagen die Netzentgelte in diesem Jahr bereits 6,7 Prozent über dem Niveau von 2016.

Als Grund für die weitere Steigerung werden die Redispatchkosten genannt, also Kosten die anfallen, wenn die Netze bei schwankender Einspeisung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen stabilisiert werden müssen. Die „netzstabilisierenden Notmaßnahmen“ machten den Hauptteil des Anstiegs der Netzentgelte aus, berichtet Strom-Report weiter. Für Privathaushalte liegt der Anteil der Netzentgelte am gesamten Strompreis bei etwa einem Viertel.

Die Netzentgelte variieren allerdings regional sehr stark. Kurz vor der Sommerpause hatte der Bundestag noch ein Gesetz verabschiedet, dass die bundesweite Angleichung der Netzentgelte vorsieht. Der Prozess soll 2019 beginnen und bis 2023 abgeschlossen sein. Zudem veröffentlichte die Bundesnetzagentur einen neuen Leitfaden. Demnach müssen nun auch die Verteilnetzbetreiber bis zum 15. Oktober ihre Netzentgelte für das Folgejahr veröffentlichen. Damit soll Vertrieben und Kunden eine größere Planungssicherheit bei der Kalkulation ihres Strompreises gegeben werden.

 

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