Markt für Gewerbespeicher in Deutschland wächst rasant

Nicht nur Photovoltaik-Heimspeicher, sondern auch Batteriesysteme für die gewerbliche Nutzung verzeichnen in Deutschland eine steigende Nachfrage. Dies betreffe sowohl die Einsatzfelder bei Energieversorgern (Utility) als auch bei den übrigen Gewerbebetrieben (Commercial & Industrial), heißt es in der nun veröffentlichten Studie von Macrom. Der Umsatz der Hersteller habe sich 2016 um mehr als 400 Prozent gegenüber dem Jahr davor erhöht. Die Marktpotenziale für Batteriespeicher hierzulande seien aber weiterhin gewaltig. Die Neufassung des EEG eröffne überdies für die kommenden Jahre neue attraktive Geschäftsmodelle, gerade für Batteriespeicher mit gewerblicher Nutzung.

Das Segment Utility umfasse Speichersysteme, die von Energieversorger insbesondere für Regelenergie genutzt würden. Hier sei ein Anstieg von 1042 Prozent zwischen 2015 und 2016 zu verzeichnen gewesen. Der gespeicherte Strom dient vornehmlich dazu, das Stromnetz zu stabilisieren, dass durch die schwankende Produktionsleistung von erneuerbaren Energien einer immer stärkeren Belastung ausgesetzt ist, wie es bei Macrom weiter heißt. Wegen ihre kurzen Reaktionszeiten würden Speicher mit dieser Nutzung für Energieversorger zunehmend interessant. Mit den erwartet weiter fallenden Preise würden sich zudem neue Einsatzgebiete für die Gewerbespeicher eröffnen. Auch Lösungen auf der Basis der Redox-Flow-Technologie und Second-Use-Konzepte für Lithium-Batterien aus der Elektromobilität seien erfolgsversprechend.

Das Segment Commercial & Industrial umfasse Speichersysteme, die von kleineren und mittleren Gewerbebetriebe, Industriekunden, dem Handel, der Landwirtschaft und kommunalen Auftraggebern betrieben würden. Dabei ginge es vornehmlich um die Erhöhung des Photovoltaik-Eigenverbrauchs. Zudem investierten diese Betriebe in Speichersysteme, um sich gegen die Gefahr kürzerer Stromausfälle abzusichern. Auch die Spitzenlastkappung sei für große Industriebetriebe eine interessante Möglichkeit zur Refinanzierung der Speicher, heißt es weiter. Dieses Segment habe zwischen 2015 und 2016 einen um 43 Prozent gewachsenen Umsatz erreicht. Die deutlich geringeren Wachstumsraten als im Segment Utility seien darauf zurückzuführen, dass die Investitionskosten trotz der gesunkenen Systempreise für viele potentielle Kunden noch zu hoch seien, um allein auf der Basis der Eigenverbrauchserhöhung eine attraktive Amortisationszeit der Speicher zu erzielen. Daher würden häufig verschiedene Geschäftsmodelle miteinander kombiniert, um auf diesem Weg die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Ein Beispiel dafür seien Hybridsysteme, bei denen PV-Anlagen, Blockheizkraftwerke und Batterie-Speichersysteme miteinander kombiniert würden.

Mit dem EEG 2017 habe der Gesetzgeber den Einsatz von Speichersystemen etwas attraktiver gemacht. So eröffneten sich durch die Befreiung von der doppelten Umlagepflicht neuer Geschäftsmodelle. Weitere Wachstumsimpulse seien auch durch den Speichereinsatz bei Mieterstrom-Projekte oder bei Bürgerenergie zu erwarten. Die zukünftige Erschließung der großen Marktpotenziale im Commercial & Industrial-Bereich seien vor allem davon abhängig, in welchem Umfang es den Anbietern gelinge, ihre Speicherprodukte zu standardisieren, um so den Entwicklungsaufwand zu reduzieren. Die Hersteller müssten zudem geeignete Vertriebssysteme entwickeln.