Sechs Verbände fordern Speicherstrategie von neuer Bundesregierung

Speicher sollten endlich als vierte Säule des Energiesystems eingeordnet werden. Dazu sei nach der Bundestagswahl eine „systemgerechte Speicherstrategie“ erforderlich, heißt es in einem gemeinsamen Forderungspapier vom Bundesverband Energiespeicher (BVES), Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne), Bundesverband Windenergie (BWE), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Die Politik müsse endlich handeln, damit Energiespeicher ihr systemdienliches Potenzial und volkswirtschaftlichen Nutzen entfalten könnten. Ein Energiesystem mit einem hohen Anteil Erneuerbarer sei auf Speicher als zusätzliche Flexibilitätsoption angewiesen. Dies zeigten auch die immer weiter steigenden Redispatchkosten und -maßnahmen.

„Der bestehende ordnungspolitische Rahmen zwingt Speicher jedoch in ein Korsett, das sie in der Ausübung dieser Schlüsselfunktion hemmt“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung vom Dienstag. Damit werde der volkswirtschaftliche Mehrwert von Speichern nur begrenzt ausgeschöpft, obwohl die Systeme marktreif und deutsche Anbieter weltweit technologisch führend seien.

Ihre Position sehen die Verbände durch die jüngsten Einschätzungen der EU-Kommission und des Bundesrats gestützt. Beide hätten Handlungsempfehlungen veröffentlicht, wonach es eine Abkehr von der situationsbezogenen Betrachtung der Speicher als Erzeuger und Letztverbraucher geben müsse. Eine neue Stratgie müsse der multifunktionalen Rolle von Energiespeichern im Versorgungssystem endlich gerecht werden, so die gemeinsame Forderung.