Renesola will offenbar Teile seiner Photovoltaik-Produktion verkaufen

Der integrierte chinesische Photovoltaik-Hersteller Renesola ist zum zweiten Mal binnen eines Jahres wegen Nicht-Einhaltung der Standards von der New Yorker Börse (NYSE) angezählt worden. Diesmal ist der Grund, dass die durchschnittliche Marktkapitalisierung an 30 aufeinanderfolgenden Tagen unter 50 Millionen US-Dollar gelegen habe, wie auch einer Börsennotiz des Photovoltaik-Unternehmens hervorgeht. Nun habe Renesola 90 Tage Zeit, um der NYSE einen Geschäftplan vorzulegen, wie es mit seinen Schulden umgehen wolle und wie es wieder die Listing-Standards in den kommenden 18 Monaten einhalten werde.

Renesola hat nach eigenen Angaben eine Abschichtserklärung mit dem Vorstandschef Xianshou Li geschlossen, um die Trennung von seinen Photovoltaik-Produktionsstätten sowie dem LED-Geschäft zu prüfen. Im Juni hatte Li eine nicht-bindenden Vorschlag an das Unternehmen gerichtet, wonach er potenziell das Polysilizium-, Wafer- und Modulgeschäft samt damit verbundenen Schulden kaufen wolle. Ein Komitee aus unabhängigen Direktoren diskutierte den Vorschlag sowie andere Lösungsvorschläge in den vergangenen Wochen. Nun habe das Photovoltaik-Unternehmen entschieden, einen Vorvertrag mit Li zu schließen, hieß es weiter.

Mit der Vereinbarung könnten Schulden von 3,8 Milliarden Yuan (572,9 Millionen US-Dollar) mit einem Schlag aus den Büchern verschwinden, die im Zusammenhang mit den Silizium-, Wafer- und Modulproduktionsstätten stünden. Die Übertragung an Li könnte mit einem Aktiendeal erfolgen. Dies werde jedoch noch geprüft und der Preis final verhandelt.

Wenn Renesola auf diesem Weg die Börsenstandards wieder einhält, wird es weitere Quartalsberichte veröffentlichen. Wenn die New Yorker Börse den Geschäftsplan ablehnt, könnten die Aktien aus dem Handel ausgeschlossen werden. In der Warnung der NYSE wird darauf verwiesen, dass es bereits das zweite Mal innerhalb von nicht mal einem Jahr sei, dass Renesola die Standards nicht einhalte. Vergangenen November drohte die Börse bereits mit dem Delisting der Aktien des chinesischen Photovoltaik-Herstellers, weil der Kurs für einen gewissen Zeitraum unter 1,00 US-Dollar pro Stück gesunken war. Anfang März konnte Renesolar den Kurs dann für 30 aufeinanderfolgende Tage wieder über diese Marke heben und erfüllte damit die Vorgabe der New Yorker Börse.

Im ersten Quartal hatte Renesola einen Nettoverlust von 23,2 Millionen US-Dollar verzeichnet. Der Umsatz fiel im Gegensatz zum Vorjahresquartal um fast 40 Prozent auf 156,6 Millionen US-Dollar. Das chinesische Unternehmen kündigte bei der Vorlage der Zahlen an, sich stärker auf das Projektgeschäft konzentrieren zu wollen. Die Downstream-Pipeline gab Renesola mit 1,4 Gigawatt weltweit für Ende Juni an.