Meyer Burger erzielt höchsten Auftragseingang seit 2011

Die Meyer Burger Technology AG hat in den ersten sechs Monaten stark vom Trend der Wafer-, Zellen- und Modulhersteller profitiert, in Upgrades ihrer bestehenden Produktionslinien und den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten zu investieren. Der Auftragseingang habe sich um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 308,5 Millionen Schweizer Franken (rund 270 Millionen Euro) erhöht. Dies sei mit Abstand das höchste Volumen seit 2011 in einer Halbjahresperiode, teilte der Schweizer Photovoltaik-Anlagenbauer am Mittwoch mit. Meyer Burger rechne auch damit, dass dieser Trend – etwa der Umstieg auf Diamantdrahtsägen in der Waferfertigung oder Upgrades hin zu PERC-Technologien und Bifazialität vorerst weiter anhalten werde. Zum Ende des ersten Halbjahres habe das Unternehmen über einen hohen Auftragsbestand von 339,1 Millionen Schweizer Franken verfügt.

Der Umsatz des Schweizer Konzerns ging im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent auf 212,3 Millionen Schweizer Franken leicht zurück. Das Ergebnis sei durch negative Währungseinflüsse beeinträchtigt worden. Für das zweite Halbjahr geht Meyer Burger wegen der guten Auftragslage von einem höheren Nettoumsatz aus. Die Betriebsleistung nach Materialaufwand und Vorleistungen habe mit 98,2 Millionen Schweizer Franken ebenfalls unter Vorjahresniveau gelegen. Hierbei seien Effekte wie außerordentliche Rückstellungen für Garantieleistungen im Zusammenhang mit einem Update/Ersatz von Solarmodulen, die in den Jahren 2008-2009 produziert wurden, Wertberichtigungen für Warenvorräte im Zusammenhang mit der Optimierung des Produkteportfolios sowie negative Währungseffekte auf Debitoren und Kundenanzahlungen mit einem Volumen von 11,4 Millionen Schweizer Franken zu Tragen gekommen.

Das EBITDA-Ergebnis erhöhte sich im Jahresvergleich leicht auf 6,9 Millionen Schweizer Franken, wie Meyer Burger weiter mitteilte. Aufgrund der erreichten Kostensenkungen und dem erwarteten höheren Umsatz rechne das Unternehmen mit einem deutlich höheren EBITDA-Beitrag im zweiten Halbjahr. Das EBIT-Ergebnis von Meyer Burger blieb im ersten Halbjahr weiter negativ, verbesserte sich dennoch gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Verlust habe bei 8.8 Millionen Schweizer Franken gelegen. Die planmäßigen Abschreibungen und Amortisationen beliefen sich auf 15,8 Millionen Schweizer Franken, wie es weiter hieß. Das Konzernergebnis sei gegenüber dem Vorjahr auf -17,0 Millionen Schweizer Franken ebenfalls etwas gesteigert worden.

Bis zum Ende des ersten Halbjahres konnte Meyer Burger seine Kostensenkungsmaßnahmen und das eingeleitete Strukturprogramm abschließen. Allerdings werde kontinuierlich weiter daran gearbeitet, geeignete Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstrukturen umzusetzen, hieß es weiter. Wegen des starken Auftragseingang habe Meyer Burger im ersten Halbjahr die Zahl seiner temporären Mitarbeiter zur Bewältigung der Aufträge von 80 auf 213 erhöht. Die Personalkosten seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum dennoch um sieben Prozent auf 5,5 Millionen Schweizer Franken reduziert worden.

Meyer Burger hat auch seine Finanzierung weiter restrukturiert. Ende Mai sei eine Obligationsanleihe mit 130 Millionen Schweizer Franken komplett zurückbezahlt worden. Damit werde sich der künftige Zinsaufwand verringern. Zugleich wirkte sich die Rückzahlung positiv auf die Eigenkapitalquote aus, die bis zum Ende des ersten Halbjahres auf 43,4 Prozent angewachsen sei.

„Aufgrund des starken Auftragseingangs, des hohen Auftragsbestands und wesentlicher Auslieferungen/Kundenabnahmen, die für November und Dezember 2017 vorgesehen sind, bestätigt Meyer Burger den Ausblick für das Geschäftsjahr 2017“, hieß es weiter. So werde ein Nettoumsatz zwischen 440 und 460 Millionen Schweizer Franken, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht, erwartet. Das EBITDA solle bei 30 bis 45 Millionen Schweizer Franken liegen.

Zum 1. September kündigte Meyer Burger zudem einige organisatorische Änderungen in der Geschäftsleitung an. Gunter Erfurt werde künftig als CTO und nicht mehr als COO fungieren. Dirk Habermann, Chief Innovation Officer trete aus der Geschäftsleitung aus. Er werde die Position als General Manager der holländischen Niederlassung im Bereich Specialised Technologies sowie die Leitung der Spezialprojekte für neue Technologien innerhalb der Gruppe übernehmen. Daniel Lippuner wiederum werde zum neuen COO ernannt. Neben Lippuner und Erfurt sind weiterhin Hans Brändle (CEO), Michel Hirschi (CFO) und Michael Escher (CCO) im Vorstand aktiv.