Wind schlägt Photovoltaik bei Erneuerbaren-Ausschreibung in Spanien

Nicht ein einziges Solarprojekt erhielt den Zuschlag bei der ersten Ausschreibung für Erneuerbare-Energien-Projekte in Spanien. Das Rennen machte die Windkraft, die das gesamte Ausschreibungsvolumen von drei Gigawatt für sich gewinnen konnte, wie der spanische Solarverband (UNEF) berichtet.

UNEF teilte am Mittwochabend mit, dass das Ergebnis ein deutliches Zeichen für eine Benachteiligung ist und Photovoltaik-Projekte gar nicht die Möglichkeit erhielten, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu beweisen. Der Verband werde die Wettbewerbsdirektion der Europäischen Kommission über die Vorkommnisse informieren. UNEF hatte zuvor bereits beim spanischen Obersten Gerichtshof eine Beschwerde gegen die Gebotsregelung der Ausschreibung eingereicht.

Der Verband bemängelt vor allem, dass trotz des gleichen Preises die Windkraft gegenüber der Photovoltaik bevorzugt wurde. Verlierer der Ausschreibung sei daher neben der Solarindustrie, auch der spanische Verbraucher, der bei einem fairen Wettbewerb von niedrigeren Stromkosten profitiert hätte. Unterstützt werde UNEF auch vom Verband der Photovoltaik-Stromerzeuger Asociación Nacional de Productores de Energía Fotovoltaica (Anpier). Dieser kritisiert ebenfalls, dass Solarprojekte während der Ausschreibung aufgrund derer Gebotsregeln diskriminiert wurden.

Am Mittwoch hatte auch das Bundeskabinett in Berlin den Entwurf für gemeinsame Ausschreibungen von Photovoltaik und Windkraft beschossen. Ab 2018 solle demnach jährlich 400 Megawatt bei technologieoffenen Ausschreibungen an Photovoltaik- und Windkraftanlagen an Land vergeben werden. Vor allem der Bundesverband Solarwirtschaft steht den gemeinsamen Ausschreibungen eher kritisch gegenüber. Für die Anfangszeit werde ein klarer Vorteil für die Windkraft an Land erwartet. Nach Ansicht des Verbands sollten Windkraft und Photovoltaik ihr Potenzial voll ausschöpfen und dürften nicht durch die direkte Konkurrenz ausgebremst werden.