400.000 Euro für Photovoltaik-Projekt in Tschernobyl bereits gespendet

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Die Folgen der Reaktorkatastrophe aus dem Jahr 1986 sind in Tschernobyl immer noch spürbar. Die Region will nun aber ein Zeichen für das Potenzial erneuerbarer Energien setzen. Im Erholungszentrum für Kinder, Nadeshda, soll im kommenden Jahr eine Photovoltaik-Freiflächenanlage installiert werden, die eine 100-prozentige Eigenversorgung ermöglichen soll.

Mitte Oktober unterzeichneten der Vorsitzende des Vereins „Leben nach Tschernobyl“, Andreas Seiverth, und der Direktor des Kinderzentrums Nadeshda, Wjatscheslaw Makuschinskij, die Vereinbarung zum Bau mit der Maxsolar GmbH. Die oberbayerische Firma hatte den Auftrag für das Photovoltaik-Projekt in einer offenen Ausschreibung erhalten. Neben der Planung und Realisierung der Photovoltaik-Freiflächenanlage habe sich Maxsolar auch bereit erklärt, die Investitionssumme der Initiative solange nicht in Rechnung zu stellen, bis genügend Spendengelder eingeworben seien, hieß es am Donnerstag.

Bislang seien etwa 400.000 Euro an Spenden zusammengekommen; 300.000 Euro fehlten noch. Nach Angaben der Initiative „Leben nach Tschernobyl“ haben Privatpersonen bislang 132.000 Euro gespendet. Das Energieunternehmen Mainova habe 130.000 Euro beigesteuert; die Elektrizitätswerke Schönau 130.000 Euro, die evangelische Kirche Hessen-Nassau weitere 48.000 Euro sowie Greenpeace und die Umweltstiftung Greenpeace 40.000 Euro. Der Verein sei optimistisch, dass die fehlende Summe durch Spenden von weiteren Privatpersonen und Unternehmen zusammenkommen werde.

Das Kinderzentrum „Nadeshda“ bietet jährlich rund 4000 bis 5000 Kindern und deren Begleitpersonen Erholung. Es liegt 80 Kilometer nordwestlich der weißrussischen Hauptstadt Minsk in einem Naturschutzgebiet. Die Photovoltaik-Anlage werde auf einem 2,5 Hektar großen Grundstück in der Nähe des Kinderzentrums am Rande des Dorfes Ilja gebaut. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Photovoltaik-Anlage in mehreren Etappen in Betrieb zu nehmen. Von diesem Plan sei man aus Kostengründen nun abgerückt. Der angepasste Fahrplan der Umsetzung des Projekts „Solarsolidarität Nadeshda“ sehe vor, dass im Februar mit dem Erhalt der staatlichen Expertise in Weißrussland gerechnet werden. Danach solle eine örtliche Montagefirma beauftragt werden. Der Baubeginn des Solarparks ist für April 2017 geplant. Ende Juli solle die Photovoltaik-Freiflächenanlage dann feierlich in Betrieb genommen werden. (Sandra Enkhardt)

Nähere Informationen zum Spendenkonto finden Sie unterwww.freunde-nadeshda.de.

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