Yingli zurück in der Verlustzone

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited verzeichnete im dritten Quartal 2016 einen rückläufigen Umsatz und einen Nettoverlust. Der Umsatz habe nach den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen bei umgerechnet 218,9 Millionen US-Dollar (1,46 Milliarden Yuan) gelegen. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorquartal, als Yingli noch einen Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Yuan erzielte. Auch das Ergebis aus dem dritten Quartal 2015 wurde damit bei weitem nicht erreicht. Dies gilt auch für fast alle übrigen Finanzkennzahlen. Der Bruttogewinn reduzierte sich gegenüber dem 2. Quartal 2016 sehr stark auf 12,0 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge sei von 18,2 auf 5,5 Prozent im Vergleichszeitsraum gesunken, wie es weiter hieß. Den Nettoverlust für das dritte Quartal bezifferte Yingli mit 50,3 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal – als Yingli einen Verlust von fast 500 Millionen US-Dollar verzeichnete. Die Menge der ausgelieferten Solarmodule sei im Vergleich zur Vorquartal von 662 auf 365,3 Megawatt gesunken.

Nach zwei gewinnbringenden Quartalen ist der chinesische Photovoltaik-Hersteller damit wieder in die Verlustzone gerutscht. „Angesichts der abgeschwächten Nachfrage in China nach der Anpassung der Einspeisetarife und den Überkapazitäten für PV-Module im Markt hat das Unternehmen versucht, im dritten Quartal einen Mittelweg zwischen dem Erhalt eines gesunden, operativen Cashflows und Liefervolumen zu finden“, erklärte Liansheng Miao, Vorstandschef von Yingli. Im Quartal bis Ende September seien 56,4 Prozent der ausgelieferten Solarmodule für den chinesischen Photovoltaik-Markt bestimmt gewesen. Das Geschäft in Japan sei stabil mit einem Anteil von 30,2 Prozent geblieben. Japan werde wohl auch künftig der wichtigste internationale Markt für den chinesischen Hersteller bleiben, so Miao weiter.

Yingli stehe weiter zu seinen Zusagen bei Forschung und Entwicklung. Durch technologische Upgrade steigerte der Hersteller nach eigenen Angaben im dritten Quartal die Effizienz seiner monokristallinen n-type Panda-Solarzellen auf etwa 21 Prozent. Für die polykristallinen p-type Solarzellen erwarte Yingli für Anfang kommenden Jahres eine Steigerung auf rund 19 Prozent. Zudem arbeite der Hersteller derzeit mit technologischen Weiterentwicklungen und der Optimierung seiner Produktionsstätten an einer weiteren Reduzierung der Produktionskosten und einer Steigerung der Wirkungsgrade, so Miao. Angesichts der fallenden Nachfrage und der sinkenden Preise haben Yingli in China seine Marketingstrategie angepasst. So würden nun bevorzugt Aufträge mit höheren Bezahlungen angenommen und der Hersteller beteilige sich aktiv am „Top runner“-Programm der Regierung und anderen Projekten im Heimatland, bei denen sich durch den Einsatz hocheffizienter Module höhere Margen erzielen ließen. Für das vierte Quartal erwartet der Yingli-Chef einen Absatz von 600 bis 670 Megawatt. Für das laufende Geschäftsjahr werde die Prognose damit auf einen Absatz zwischen 2,1 und 2,2 Gigawatt angepasst.

Derzeit immer noch nicht ausgehandelt, ist eine Einigung mit den Anleihegläubigern mit Papieren von 2011 und 2011, die in diesem Jahr eine Rückzahlung hätten erhalten sollen. Hinzu komme, dass Yingli nun auch nach Rückzahlungsoptionen einer Anleihe aus dem Jahr 2012 sucht, die am 3. Mai 2017 fällig werde. Noch gebe es keine irgend geartete Vereinbarung mit den Gläubigern, wie die Rückzahlung erfolgen werde, teilte Yingli weiter mit. (Sandra Enkhardt)