PV-Strom für Marokkos Moscheen

Marokkos Moscheen sollen energieeffizient werden. Das hat das verantwortliche Ministerium für Islam-Angelegenheiten beschlossen. Demnach sollen mittelfristig 1.000 Gotteshäuser mindestens 40 Prozent ihres bisherigen Stromverbrauchs einsparen. Um das zu erreichen, kommt ein Technologie-Mix aus Photovoltaik-Modulen und LED-Beleuchtungskörpern zum Einsatz. Außerdem zählen Anlagen zur solaren Warmwassererzeugung dazu.

Finanziell wird das Vorhaben unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) im Rahmen einer Sonderinitiative zur Entwicklung in Nordafrika unterstützt. So hat die dem BMZ unterstellte Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) drei Modell-Moscheen in Marrakesch und Tadmamt bei der Umrüstung auf Photovoltaik und LEDs beraten. "Auf unseren beiden Pilotprojekten in Marrakesch wurden PV-Anlagen mit einer Leistung von fünf und sieben Kilowattpeak installiert", erläutert der GIZ-Projektverantwortliche Jan-Christoph Kunze. "Je Moschee wird die Dimensionierung jeweils von ihrer Größe und von der Kalkulation des Durchschnittsverbrauchs abhängen."

Neben der Beleuchtung benötigen die Moscheen den Strom für Beleuchtung, Lautsprecher und Klimatisierung. Die Elektrizität wird direkt verbraucht. Eine Netzkoppelung der Photovoltaik-Anlagen ist nicht vorgesehen und auch regulatorisch in Marokko nicht möglich.

Zur Ausrüstung der ersten 36 Moscheen hat ein Konsortium des französischen Energiekonzerns Engie und der marokkanischen Rio-Gruppe den Zuschlag erhalten. Laut GIZ steht die nächste Ausschreibung kurz bevor. Noch bis Ende des Jahres sollen demnach die ersten 100 Moscheen umgerüstet sein. Das Ziel bis 2019 ist es, 600 Gotteshäuser energieffizient zu gestalten.

Dem Religionsministerium unterstehen 15.000 Moscheen. Deren Energieeinsparpotenzial gibt das Ministerium mit 50 bis 70 Prozent an. Zu den Effekten des Programms zur solaren Elektrifizierung der Moscheen soll auch die Initiierung lokaler Wirtschaftsstrukturen und Beschäftigung zählen. Das Vorhaben ist Teil der Energiewende in dem nordafrikanischen Land. Bis 2030 soll der Anteil regenerativer Energien an der heimischen Stromerzeugung von heute 26 auf 52 Prozent ansteigen. Die Solartechnologien – vor allem solarthermische Kraftwerke, aber auch Photovoltaik – sollen bis dahin auf eine Leistung von 2.000 Megawatt ausgebaut werden. (Oliver Ristau)