Fraunhofer ISE verabschiedet Eicke Weber

Das Fraunhofer- Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat mit einem wissenschaftlichen Symposium zur globalen Energiewende Eicke Weber verabschiedet. Nach zehn Jahren wird er seinen Posten als Institutsleiter zum Jahresende aus Altersgründen abgeben. Einen Nachfolger hat das Fraunhofer ISE bislang nicht benannt. Auf der Veranstaltung im Konzerthaus Freiburg ist Webers großes wissenschaftliches und politisches Engagement für die Energiewende weltweit und als Vertreter der deutschen Solarforschung auf internationalem Parkett gewürdigt worden.

Seit seinem Amtsantritt 2006 habe sich die Belegschaft an dem Freiburger Institut auf über 1100 Mitarbeiter mehr als verdoppelt. Der weitgehend selbst verdiente Betriebshaushalt des Fraunhofer ISE sei in dieser zweit von etwa 25 auf 73 Millionen Euro im vergangenen Jahr gewachsen. „Eicke R. Weber war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Als die Photovoltaik in Deutschland boomte, machte er mit seinem wissenschaftlichen Hintergrund als Silicium-Materialforscher und exzellenten Verbindungen in Wirtschaft und Politik das Fraunhofer ISE zum zweitgrößten Fraunhofer-Institut“, hieß es am Montag aus Freiburg. Während seiner Zeit als Institutsleiter habe Weber zudem Beteiligungen an den Forschungseinrichtungen in Halle, Boston und Santiago de Chile vereinbart. Für eine CO2-freie globale Energieversorgung sei Weber immer auf der Suche nach Verbindungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gewesen.

Auf dem Abschiedssymposium am vergangenen Freitag würdigten ganz unterschiedliche Wegbegleiter das Engagement von Weber. Dazu zählten Dirk-Holger Neuhaus von Solarworld Innovations, Norbert Pralle von der Ed. Züblin AG, Thomas Speidel vom Bundesverband Energiespeicher, Lars Samuelson vom Nanometer Structure Consortium, Rolf Brendel vom Institut für Solarenergieforschung sowie Hans-Martin Henning vom Fraunhofer ISE. Selbst Jeremy Rifkin – mit dem Weber die Auffassung einer nachhaltigen Einbettung von Energie in das globale Wirtschaftssystem teilt – wandte sich in einer Videobotschaft an die Teilnehmenden.

Es sei auch Webers Verdienst, dass das Fraunhofer ISE auf allen relevanten Forschungsfeldern der Energiewende vertreten sei. Dazu gehörten Bereiche wie energetische Sanierung, Solarthermie, Elektromobilität oder Smart Grid, Mittelspannungsebene, Megawattlabor sowie Energiesystemanalyse und akkreditierte Testlabore für die Industrie und Energiewirtschaft. Besonders am Herzen habe Weber die Speichertechnik gelegen. So sei er auch maßgeblich an der Gründung des Bundesverbands Energiespeicher BVES beteiligt gewesen. Bis zum Frühjahr dieses Jahres sei er noch dessen erster Präsident gewesen und seit der Gründung bis 2016 auch Chairman der jährlichen Speicherkonferenz Energy Storage Europe in Düsseldorf gewesen, die das Bundeswirtschaftsministerium als internationale Leitmesse für Energiespeicherung listet wird. Als Institutsleiter habe sich Weber zudem für die Ausgründung von Start-ups engagiert. Insgesamt acht Firmen seien seit 2006 gegründet worden, darunter Nexwafe oder das Vallis Solaris Projekt. (Sandra Enkhardt)