THEnergy: Viele neue Kooperationen bei Solar- und Wind-Microgrids

Mit Photovoltaik und Windenergie wird die Stromversorgung zunehmend dezentral. Teilweise werden sie bereits in teilautonomen Microgrids eingesetzt. Der Haupttreiber solcher neuen Netzlösungen sind in erster Linie Autarkie und Versorgungssicherheit, wie THEnergy am Dienstag mitteilte. Bei Solar- und Wind-Diesel-Hybridanwendungen stünde dabei das Kosteneinsparungspotential im Vordergrund. Erneubahre Energien seien gerade in netzfernen Gebieten meist ohne zusätzliche Anreize wettbewerbsfähig, im Gegensatz zu teurem Dieselstrom.

Obwohl in jüngster Zeit mehrere Projekte in diesem Segment realisiert wurden, komme der Markt nicht wirklich in Gang. Viele Markakteure haben schon oder sind gerade dabei, strategische Partnerschaften zu bilden, wie es bei THEnergy weiter hieß. ABB arbeite mit Samsung, Ideal Power mit LG Chem und Aquion Energy zusammen, um spezielle Microgrids mit Energiespeichern zur Verfügung zu stellen. Auch die Wechselrichterhersteller Fronius und Victron vereinen ihre Kräfte in einer Kooperation für kleinere Microgrids. Für größere Anlagen hat Schneider Electric in Zusammenarbeit mit DEIF eine Controllerlösung entwickelt. Auch Caterpillar und First Solar arbeiteten im Bereich Microgrids zusammen. Caterpillar habe die Expertise bei Diesel-Generatoren und First Solar bei Photovoltaik-Anlagen. Der französische Energieversorger ENGIE investierte 600 Millionen US-Dollar in das Unternehmen Advanced Microgrid Solutions und will sich damit stärker auf teilautonome Microgrids fokussieren. Der französische Öl- und Gas-Konzern Total hat mittlerweile mehrere Mehrheits – und Minderheitsbeteiligung an Erneuerbaren- und Energiespeicher-Unternehmen erworben, darunter Sunpower, Saft, Aqion Energy, STEM, Lightsail Energy, Enervault, Ambri, Offgrid Electric, Powerhive und DP Energy.

Nach Einschätzung von Thomas Hillig, Gründer von THEnergy, sind gerade für kleinere Akteure die strategischen Partnerschaften ein wichtiges Mittel für den Eintritt in neue Märkte. Viele Unternehmen aus Europa und den USA seien derzeit dabei ihren Markteintritt vorzubereiten – oftmals mit Hilfe von strategischen Partnerschaften. (Ylva Gouras)