Weltenergierat will Widerstandsfähigkeit der Energiesysteme verbessern

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Einen Monat vor dem 23. World Energy Congress in Istanbul veröffentlicht der Weltenergierat (engl. World Energy Council) einen Bericht mit dem Titel „Road to Resilience“. Darin werden aktuelle Risiken für die Energiesicherheit und -versorgung benannt. Die Umwandlung von Märkten und Geschäftsmodellen vor dem Hintergrund des Klimawandels sei eine „beispiellose Belastung für den Energiesektor in einer kritischen Zeit“, heißt es in einer Mitteilung.

Stärker und intelligenter sollen die Energiesysteme werden, um sich vor den wichtigsten Gefahren zu schützen, meint der Weltenergierat. Die größten Risiken sieht er derzeit in extremen Wetterereignissen, Cyber-Angriffen und der gegenseitigen Abhängigkeit der Energie-, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung.

Der aktuelle Bericht kommt dabei zu vier zentralen Ergebnissen:

  1. Rund 98 Prozent der Stromversorgung sei von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig.
  2. Extreme Wetterereignisse hätten sich in den vergangenen 30 Jahren vervierfacht.
  3. Cyber-Angriffe würden häufiger und raffinierter, sodass sich die Ausgaben für Cyber-Sicherheit der Öl- und Gas-Industrie im Jahr 2018 auf 1,87 Milliarden US-Dollar belaufen werden
  4. Die drei oben genannten Punkte wirkten sich nicht nur auf die physischen Strukturen aus, sondern bedrohten auch die Kapitalerträge, die für die Energiesysteme der Zukunft benötigt würden

Daher gibt der Bericht unter anderem folgende Schlüsselempfehlungen:

  1. Energiesysteme müssen intelligenter werden, um vielfältigen Risiken standzuhalten.
  2. Die Vielfalt innerhalb des Energiesektors soll gefördert werden. Dies steigere die Flexibilität und ermögliche, die Auswirkungen potenzieller Gefahren abzuwenden oder abzumildern.
  3. Die private Finanzierungsinfrastruktur soll gesteigert werden.
  4. Die Märkte müssen besser reguliert und ausgerichtet werden. Das heißt, dass politische Entscheidungsträger klare, transparente und vorhersehbare juristische Rahmenbedingungen entwickeln sollten.

Die Mitglieder des Weltenergierats bestehen überwiegend aus großen Energieerzeugern und Industriekonzernen. Traditionelle Vertreter der Branche der erneuerbaren Energien sucht man im Präsidium und Präsidialausschuss des deutschen Zweigs des World Energy Councils vergeblich. (Mirco Sieg)

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