Partner von 70 Jahre alten Schwestern

2011 hat Dieter Ortmann von Deutschland aus die Brücke nach Südafrika geschlagen und eine Niederlassung gegründet, „mit dem Ziel, mit der neu gegründeten Solar Academy die nötige Ausbildung dorthin zu bringen und die Installateure, die wir ausbilden, auch zu beliefern“, sagt der Gründer und Geschäftsführer von Maxx-Solar Energy Group. Für die Ausbildung hat er die DGS ins Boot geholt. Jetzt ist er an einem Projekt beteiligt, auf das er so stolz ist, dass er sich damit für den Installation Innovation Award beworben hat. Damit überzeugte er sowohl das Intersolar-Publikum als auch die Online-Leser.

Ortmann hat die Finanzierung für eine Photovoltaikanlage auf der Dominican-Grimley-Schule in Kapstadt aufgesetzt, das ist eine Taubstummenschule mit rund 100 Kindern. Er denkt, dass das Projekt Vorbildcharakter hat und zum Bau weiterer Anlagen führen kann. Denn auch wenn viele Solarenergie gut finden, es fehlt oft das Geld.

Seine Partner in der Schule sind Ordensschwestern, teilweise über 70 Jahre alt. „Ich fand faszinierend, dass Leute in hohem Alter das Verständnis dafür haben, welche Rolle erneuerbare Energien und Unabhängigkeit spielen können“, sagt Ortmann. „Be more independent“ ist sein Motto für das Projekt. Bei der Grimley-Schule gilt das sowohl für die Stromsicherheit als auch für die Hilfe zur Selbsthilfe, die er gibt.

PV-Miete als Finanzierungslösung

Klar, da gibt es ganz viel Sonne, da muss man unbedingt hin“, sagt Ortmann. Aber die Finanzierung sei eben oft ein Problem. Er und sein Team müssen mögliche Betreiber und Investoren zusammenbringen und für beide eine gute Lösung entwickeln. Die Schule mietet nun die Photovoltaikanlage.

Die Rahmenbedingungen stimmen. Die Sonneneinstrahlung sei ungefähr doppelt so hoch wie in Deutschland, der Strom sei dafür nur halb so teuer. Für Eigenverbrauchsanlagen ist die Amortisation damit ähnlich. Dazu komme der Aspekt Unabhängigkeit, da die Stromversorgung nicht so sicher sei wie in Europa.

Maxx-Solar hat das Projekt mit einem lokalen Installateur umgesetzt. „Wir helfen den Leuten nur, etwas zu tun, und sind nur begleitend tätig“, beschreibt Ortmann das Motto. Das Mietmodell funktioniert wie in Deutschland. Die Eigentümer sind „aus unserem Bereich“, unter anderem eine Steuerberaterin und ein Eigentümer aus Südafrika. Zunächst geht es darum, zu zeigen, wie es gehen kann.

Die Schule kann, so Ortmann, das System nach zwölf Jahren für einen geringen Preis von ungefähr 100 Euro pro Kilowatt übernehmen. Der Kaufpreis nach Ablauf einer Mietphase ist übrigens oft ein kritischer Punkt. Der Mietzins darf nicht zu hoch und der Kaufpreis muss angemessen sein, damit der Mieter etwas von der Anlage hat. Bei dem Projekt auf der Dominican-Grimley-Schule ist das der Fall. Die monatliche Miete liegt bei rund 2.700 Euro. Bei 70 Prozent Eigenverbrauch liegt sie bereits unter den eingesparten Stromkosten. Bei der Systemauslegung dürfte die Eigenverbrauchsquote aber nahe an die 100 Prozent herankommen. Damit bleibt auch in der Mietphase Monat für Monat ein ordentlicher Gewinn bei der Schule: bei 90 Prozent Eigenverbrauch ungefähr 800 Euro im Jahr, wie sich aus den von Maxx-Solar angegebenen Zahlen errechnen lässt.

Die Anlage hat 20 Kilowatt, sie produziert 33.000 Kilowattstunden, 144.000 Kilowattstunden benötigt die Schule. „In zehn Jahren hat sich die Anlage bezahlt gemacht“, so Ortmann. Das Einzige, was noch fehlt, sei die Notstromversorgung. Da sucht er derzeit nach Möglichkeiten, wie er das noch finanzieren kann.

Info-Kasten: Installation Innovation Award

pv magazine und Hanwha Q CELLS haben für den „Installation Innovation Award – Europe“ die innovativsten europäischen Installateure und Planungsbüros mit den erfindungsreichsten Projekten und Ideen gesucht, die mithelfen, Photovoltaik zukunftsfähig zu machen. Insbesondere interessierte es uns, wie es ihnen gelingt, neue Märkte zu erschließen oder Hürden zu überwinden, die derzeit das Marktwachstum bremsen.

Von den 20 Bewerbern hat pv magazine vier Finalisten nominiert. Diese haben ihr Projekt oder Konzept auf der Intersolar Europe vorgestellt. In den zwei Wochen danach haben 800 Leser online Ihre Stimme abgegeben.

Maxx-Solar hat mit dem nebenanstehenden Projekt diese Abstimmung gewonnen.

In dieser Ausgabe finden Sie Artikel zu den weiteren Finalisten:

  • Solartechnik Mitteldeutschland (Seite 59)
  • Intellisol (Seite 64)
  • Bjarke Ingels Group (Seite 65)

Online ansehen können Sie die Videopitches unterwww.pv-magazine.de/iia/