Chinesische Photovoltaik-Hersteller um Trina Solar profitieren von indischem Solarboom

Der Photovoltaik-Zubau in Indien betrug in den vergangenen zwölf Monaten 3,6 Gigawatt. Damit gehört das Land derzeit zu den weltweit schnellst wachsenden Märkten. Die chinesischen Photovoltaik-Hersteller profitieren am meisten davon. Sie haben nach einer Meldung von Bridge to India ihren Marktanteil in den vergangenen zwölf Monaten von 50 auf 75 Prozent steigern können. Andere internationale und heimische Produzenten hätten zwar ebenfalls ihre Verkäufe insgesamt steigern können, aber ihr Marktanteil habe sich in dem Zeitraum auf 12 und 13 Prozent halbiert. Mittlerweile kämen acht der zehn größten Modullieferanten in Indien aus China, während es im vergangenen Jahr nur vier von zehn gewesen seien. Die einzigen beiden nicht-chinesischen Photovoltaik-Hersteller in den Top 10 seien der US-Anbieter First Solar und der heimische Hersteller Waaree, so Bridge to India weiter.

Die chinesischen Photovoltaik-Hersteller Trina Solar und Canadian Solar seien schon länger in Indien aktiv. Sie hätten über das vergangene Jahr ihren Marktanteil und damit auch die Spitzenposition halten können. Deutliche Zugewinne hätten die chinesischen Lieferanten JA Solar, GCL-Poly, Hanwha, BYD, Talesun und Risen verzeichnen können. Sie hätten vor einem Jahr noch kaum Marktanteile in Indien gehabt, kämen nun aber zusammen auf 32 Prozent, so die Analyse. Bei den nicht-chinesischen Produzenten hätten First Solar, Tata Power Solar und Vikram Solar ihre Absätze gesteigert, doch ihr Marktanteil sei drastisch gesunken.

Bridge to India erwartet auch für die Zukunft eine Dominanz der chinesischen Modulhersteller im Land. Daran werde auch der Versuch der Regierung, „Make in India“ zu fördern und die Ankündigungen für eine neue Politik für mehr Produktionskapazitäten im Land nichts ändern. Eine Reihe von Faktoren wie etwa eine Modulschwemme aus China und weiter fallende Preise werde dazu führen, dass die chinesischen Hersteller hart um ihre Marktanteile kämpfen würden. Angesichts der Erwartung, dass noch weitere chinesische Photovoltaik-Hersteller Indien als Absatzmarkt entdeckten, könne ein aggressiver Preiskampf nicht ausgeschlossen werden. Brigde to Indie erwartet, dass die heimischen Photovoltaik-Anbieter einen Marktanteil von zehn bis zwölf Prozent werden behaupten können. Er könnte sich allerdings auch steigern, wenn die von Adani geplante Fabrik mit 1,2 Gigawatt Jahreskapazität ihre Produktion aufnehme. Profiteur des fallenden Preise und des steigenden Wettbewerbs zwischen den Modulhersteller sei der Solarmarkt, heißt es

weiter. Die Projektentwickler seien in der guten Lage, dass es trotz der weiter steigenden Nachfrage in Indien einen Käufermarkt gebe. Dies könnte den Photovoltaik-Markt auch zunehmend für lokale Investoren attraktiv machen.

Derzeit sind in Indien etwa 8,1 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Ziel der Regierung ist es, bis 2021/22 Photovoltaik-Anlagen mit 100 Gigawatt Gesamtleistung im Land zu haben. Sie hat dafür verschiedene Förderprogramme aufgelegt. Das „Make in India“-Programm sieht so einen Aufschlag bei der Solarförderung vor, wenn ausschließlich in Indien produzierte Solarzellen und Solarmodule für den Bau der Anlagen verwendet werden. Tata Power Solar konnte kürzlich einen 100-Megawatt-Solarpark ans Netz bringen, der davon profitierte. Es soll sich dabei um das bislang größte Projekt unter dem Programm im Land handeln, das realisiert worden ist. (Sandra Enkhardt)