SMA trotz steigendem Preisdruck mit gutem ersten Halbjahr

Die SMA Solar Technology AG hat im ersten Halbjahr seinen Umsatz von 429,3 auf 494,1 Millionen Euro steigern können. Auch das operative Ergebnis (EBIT) sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich verbessert worden, teilte der Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern am Donnerstag mit. Nach einem Verlust von -14,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2015 habe SMA nun ein EBIT von 39,3 Millionen Euro verbucht. Wesentlicher Ergebnistreiber sei das Segment der Photovoltaik-Großanlagen gewesen. Aber auch bei gewerblichen Photovoltaik-Anlagen sei eine positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr zu verzeichnen gewesen. Der Auslandsanteil von SMA habe sich auf 91,1 Prozent weiter gesteigert. Insgesamt habe SMA Photovoltaik-Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von 3,9 Gigawatt im ersten Halbjahr verkauft. Aufgrund des gestiegenen Absatzes und der Reduktion der Fixkosten habe sich das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) auf 73,1 Millionen weit mehr als verdreifacht gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im ersten Halbjahr habe sich SMA somit in einem Marktumfeld, das von hohem Preisdruck geprägt sei, positiv entwickeln können. Zugleich verkündete der Vorstand die Konsolidierung seiner Vertriebs- und Service-Standorte. Besonders betreffe dies den US-Produktionsstandort in Denver, den SMA zum Jahresende schließen werde. Damit sei der Abbau von etwa 280 Vollzeitstellen verbunden. Der Photovoltaik-Markt in den USA solle künftig mit in Deutschland und China gefertigten Produkten versorgt werden, hieß es weiter. Seinen Vertrieb- und Service-Standort im kalifornischen Rocklin werde SMA im Gegenzug weiter ausbauen.

Auch der Produktionsstandort im südafrikanischen Kapstadt werde geschlossen. Mit diesen Schritten würden Fixkosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Darüber hinaus plane SMA gezielte Investitionen in Technologieentwicklung und weitere Produktionsinnovationen, hieß es weiter. „Der Preisdruck in der Solarbranche hat sich in den letzten Wochen unerwartet stark beschleunigt. Wir haben deshalb umgehend Maßnahmen eingeleitet, um unsere Gewinnschwelle noch weiter zu senken. Die Schließung unserer Produktionsstandorte in Denver und Kapstadt ist uns ausgesprochen schwer gefallen. Dieser Schritt ist jedoch unvermeidbar, um dem anhaltenden Preisdruck nachhaltig zu begegnen und die bestehenden Produktionskapazitäten in China und Deutschland zukünftig besser auszulasten“, erklärte sagt SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Der Vorstand bestätigte die Umsatz- und Geschäftsprognose für das laufende Jahrvor dem Hintergrund des weiterhin hohen Auftragsbestands von 644 Millionen Euro und eines erwarteten stärkeren Geschäfts im zweiten Halbjahr. So werde ein Umsatz zwischen 950 und 1050 Millionen Euro sowie eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses auf 80 bis 120 Millionen Euro erwartet. Aufgrund der zu beobachtenden Preisentwicklung in der Solarbranche bezeichnete der Vorstand das obere Ende der Ergebnisprognose als „ambitioniert“. Auch für das kommende Jahr sei mit einem sich weiter verstärkenden Preisdruck zu rechnen. Die mittelfristigen Perspektiven der Solarbranche seien für die erfolgreich aus der Konsolidierungsphase hervorgehenden Unternehmen gut. „Schließlich wird der von Photovoltaik-Anlagen erzeugte Solarstrom noch vor Ende des Jahrzehnts auf einem vergleichbaren Kostenniveau wie von Onshore-Windkraftanlagen liegen. Damit entstehen völlig neue Wachstumsperspektiven für hochflexible Unternehmen wie SMA“, so Urbon weiter. (Sandra Enkhardt)