Singulus beginnt Ausgabe neuer Aktien und Anleihen

Die Singulus Technologies AG ist nun kurz vor dem Ziel. Am Mittwoch hat sie mit der finalen Umsetzung des Schuldenschnitts begonnen. Die Anleihegläubiger könnten ab sofort und ohne weitere Zuzahlung für jede alte Singulus-Schuldverschreibung im Nennwert von je 1000 Euro – einschließlich sämtlicher Nebenforderungen – nun 96 neue Aktien und zwei neue Schuldverschreibungen mit einem Nennbetrag von je 100 Euro erhalten. Die Frist für den Tausch laufe bis zum 13. Juli, teilte Singulus nun mit. Wenn die Anleihegläubiger auf die Ausübung der kostenfreien Erwerbsrechte verzichteten oder nicht fristgerecht handelten, verblieben diese zunächst im Depot. Sie würden dann durch die Abwicklungsstelle und den gemeinsamen Vertreter verwertet. Eventuell würde ein Barausgleich dafür ausgeschüttet, der aber sehr gering sein könne, hieß es weiter.

Mitte Februar hatten Anleihegläubiger und Aktionäre dem Schuldenschnitt zugestimmt. Der Vorstand von Singulus hielt diesen für unumgänglich, um die Fortführung des Unternehmens zu sichern. Mit dem Debt-to-Equity-Swap will das Unternehmen aus Kahl am Main sein Eigenkapital wieder deutlich stärken. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte am Montag das Wertpapierprospekt für die Ausgabe der neuen Aktien und Schuldverschreibungen gebilligt.

Singulus setzt für das laufende Geschäftsjahr große Hoffnungen in Aufträge aus der Solarindustrie. Erst kürzlich konnte sich der Photovoltaik-Anlagenbauer einen Auftrag des chinesischen Staatskonzerns China National Building Materials (CNBM) mit einem Volumen von mehr als 110 Millionen Euro sichern. Die Anlagen zur Produktion von CIGS-Dünnschichtmodulen sollen in den kommenden Monaten ausgeliefert werden – allerdings ist noch unklar, ob Umsatz und Gewinn dafür in diesem oder eher dem nächsten Jahr realisiert würden. Daher hatte Singulus seine Prognosen für 2016 und 2017 auch erst einmal wieder zurückgezogen. (Sandra Enkhardt)