Sonnen präsentiert neuen Batterie-Wechselrichter

Die Sonnen-Gruppe hat im Vorfeld der Speichermesse ees ihren neuen Batteriewechselrichter „Sonnenbatterie hybrid“ mit einem Wirkungsgrad von 98,6 Prozent öffentlich vorgestellt. Das Gerät werde direkt an die Solarmodule angeschlossen und ersetze den bislang notwendigen externen Photovoltaik-Wechselrichter. „Wichtig ist für den Installateur, dass er bei einer Neuanlage keine zusätzlichen Komponenten braucht“, erklärte Philipp Schröder, Sonnen-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, bei der Präsentation am Dienstag in München.

Der Batteriewechselrichter sei in zwei Varianten von 4,2 und 6,4 Kilowatt DC-Leistung für alle Batterien erhältlich. Die Kosten für die Installation einer Photovoltaik-Anlage inklusive Sonnenbatterie würden um bis zu 20 Prozent sinken. Preislich liege das Hybridsystem zunächst noch über schon erhältlichen Batteriesystemen. Allerdings betonte Schröder: „Wir fallen für Photovoltaik-Anlage plus Batteriespeicher unter die 10.000-Euro-Marke.“ Daher sehe Sonnen viel Potenzial für seine Installationspartner, die bislang schon Komplettpakete von Photovoltaik und Speichersystem verkauften. Die 10.000 Euro brutto bezögen sich dabei auf eine Anlage mit vier Kilowatt Leistung.

„Sonnenbatterie hybrid“ sei ein Speicher-Komplettsystem, das alle notwendigen Komponenten wie etwa die Batteriemodule, den intelligenten Energiemanager oder die Messtechnik enthalte. Durch die flexiblen Größen von 2 bis 16 Kilowattstunden lasse er sich präzise den individuellen Verbrauch im Haus anpassen. Der Batteriewechselrichter wird Sonnen zufolge ab Ende des dritten Quartals verfügbar sein.

Der Allgäuer Speicherhersteller hatte zu Jahresbeginn seine Sonnen-Community gestartet. Sie soll eine Komplettversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien ermöglichen. Mehr als 2.000 Haushalte hätten sich dafür bereits angemeldet. Mit der „Sonnenbatterie hybrid“ könnten sich Haushalte auch daran beteiligen. Die Preise für den Community-Strom liegen bei 23 Cent pro Kilowattstunde, dazu kommen noch kostenloser Überschussstrom und der Rabatt beim Kauf einer neuen Sonnenbatterie. Letzteres zieht Mitglieder für die Community, wie Schröder auf der Veranstaltung bestätigte. 100 Prozent aller Kunden würden sich mittlerweile für den Beitritt entscheiden. „Das ist auch klar, denn eine einfache Rechnung zeigt, dass es sich für die Speicherkäufer in den ersten zwei Jahren lohnt“, so Schröder weiter. Danach könnten die Kunden wieder wechseln. Sonnen wolle sie dann aber nicht zuletzt mit „Anschlussangeboten“ überzeugen. Mittlerweile hat das Unternehmen auch die Ausweitung seiner Community auf Österreich und die Schweiz für das dritte Quartal angekündigt.

Kostenloser Reststrom

Neu ist auch, dass Sonnen die Lieferung des Reststroms unter bestimmten Bedingungen kostenlos anbietet. Das Unternehmen geht davon aus, dass es möglich ist, mit Solaranlage und Speicher auf einen Autarkiegrad von 80 Prozent zu kommen.Die restlichen 20 Prozent Reststrom gibt es dann zukünftig umsonst. Da der Autarkiegrad von der Dimensionierung des Systems abhängt, gilt das Angebot nur ab bestimmten Batteriegrößen, wo dann wahrscheinlich auch eine entsprechend große Photovoltaikanlage installiert ist, was aber nicht überprüft wird. Es gilt außerdem nur für Kunden mit einem jährlichen Stromverbrauch bis 5.000 Kilowattstunden. Wenn der Kunde unter diesen Voraussetzungen den Community-Beitrag von monatlich 19,99 Euro zahle, bekomme er den Reststrom dann kostenfrei – selbst wenn er die 80 Prozent Autarkie nicht erreichen sollte, erklärt Schröder das neue Konzept, das daher unter dem Stichwort "Autarkie-Garantie" läuft.

Doch nicht nur günstigen Strom, sondern auch bezahlbare Wärme will Sonnen künftig mit seiner Community liefern. Mit dem neuen Paket „Community-Heat“ solle dies möglich sein. Zu der Lösung gehörten smarte Thermostate, mit denen Heizkosten um bis zu 25 Prozent reduziert werden könnten. Der Heizstab „Sonnen-Heater“ sei dazu geeignet, überschüssigen Solarstrom für die Warmwasser-Erzeugung zu verwenden und so den Eigenverbrauchsanteil weiter zu erhöhen. Eine externe Steuerung des Heizstabes sei nicht notwendig. Dies übernehme die Sonnenbatterie, hieß es weiter.

Viele Angebote des Allgäuer Herstellers, der den klassischen Energieversorgern bald ernsthaft Konkurrenz machen will, beziehen sich auf die Tarifstruktur. Schröder ist sich sicher, dass es in fünf Jahren viele Tarife dieser Art – wie sie jetzt etwa mit der Sonnen-Community möglich sind – geben werde und die der Struktur  virtueller Kraftwerke entsprächen. (Michael Fuhs/Sandra Enkhardt)