Solarworld mit mehr Produktionskapazität in USA

In den vergangenen Wochen hat Solarworld Americas die Produktion für die vollautomatische Fertigung von 72-Zell-Solarmodulen in seinem Werk in Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon hochgefahren. Die neue Produktionslinie habe eine Jahreskapazität von 150 Megawatt, erklärte Steve Pecis, Vice President for Operation bei der US-Tochter des deutschen Solarkonzerns, im pv magazine-Interview. Kombiniert mit den bereits existierenden Linien für 60-Zell Solarmodule verfüge der Photovoltaik-Hersteller nun über Modulkapazitäten von 550 Megawatt jährlich in den USA. Zudem bestünde die Option, die Modulfertigung in Oregon um weitere 100 Megawatt zu erweitern. Mit den Produktionen in Deutschland, im sächsischen Freiberg und thüringischen Arnstadt, habe Solarworld damit über 1,5 Gigawatt an Zell- und Modulkapazitäten weltweit.

Mit seinen 72-Zell Solarmodulen reagiere der Photovoltaik-Hersteller auf Installateurswünsche in den USA. Dort gebe es eine erhöhte Nachfrage nach diesen Modulen, sowohl für den Einsatz bei gewerblichen Dachanlagen als auch bei Photovoltaik-Kraftwerken, erklärte Pecis. Zudem würden Solarworld-Installateure im privaten Segment eine verstärkte Nachfrage nach leistungsstarken Solarmodulen verzeichnen.

Neben der zusätzlichen Modulkapazität hat Solarworld im Frühjahr begonnen, einige Produktionslinien in dem US-Werk auf 5-Busbar-Solarzellen umzustellen. Dies sorge für eine stabilere Verbindung zwischen den Zellen und führe zu einer Erhöhung des Wirkungsgrads um bis zu zwei Prozent. Künftig solle diese Technologie in allen Zellproduktionslinien eingesetzt werden. Nach Aussagen von Pesic ist geplant, im ersten Quartal 2017 mit der Produktion von Solarmodulen mit 72 Zellen und fünf Busbars in den USA zu beginnen. Der Vorstand müsse dies aber noch genehmigen.

In den USA hat Solarworld nun auch wieder die Produktion von monokristallinen Wafern aufgenommen. Bislang sei aber nur ein Teil der Kapazitäten reaktiviert worden. Generell bestünde die Möglichkeit, genug Ingots zu produzieren, um damit 250 Megawatt Solarzellen jährlich auszustatten. Die Waferproduktion von Solarworld in Hillsboro steht dagegen weiter still. Somit werden die produzierten Ingots aus den USA nach Deutschland exportiert, um anschließend Wafer von dort zu importieren. (Christian Roselund, übersetzt und bearbeitet von Sandra Enkhardt)

Link zum Originalartikel auf www.pv-magazine.com:SolarWorld ramps 72-cell module production in Oregon