Solaroffensive in Baden-Württemberg könnte 50.000 neue Photovoltaik-Anlagen bringen

Seit Donnerstag ist die erste grün-schwarze Landesregierung in Deutschland im Amt. In ihrem Koalitionsvertrag haben Grüne und CDU eine Solaroffensive fürs Ländle versprochen, unter anderem sollen 50.000 neue Photovoltaik-Dachanlagen in den kommenden Jahren gebaut werden. „50.000 Anlagen mehr würden den Bestand um knapp 20 Prozent erhöhen. Das ist eine ordentliche Zahl, auch wenn sie natürlich noch höher ausfallen könnte“, erklärte Carsten Tschamber, Geschäftsführer des Solar Cluster Baden-Württemberg. Er begrüßte zugleich, dass sich die neue Landesregierung für ein Ende der bestehenden Benachteiligung von Mietern bei der Nutzung von Solarstrom einsetzen wollte. Dazu solle ein Förderprogramm entwickelt werden, dass für Photovoltaik-Mieterstrommodelle notwendige Zähler und Netztechnik finanziell unterstütze. Auch gegen die Belastung des Solarstroms mit der vollen EEG-Umlage, wenn Mieter Strom aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach beziehen, vorgehen. „Am besten wäre es natürlich, diese Belastung des erneuerbaren Eigenverbrauchs ganz abzuschaffen“, schlägt Carsten Tschamber vor. Beim Eigenverbrauch müssen Betreiber der Photovoltaik-Anlagen ab 10 Kilowatt Leistung anteilig EEG-Umlage zahlen.

Das Solar Cluster Baden-Württemberg fordert von der neuen Landesregierung aber auch mehr Engagement beim Zubau neuer Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Die Landesregierung versprach in diesem Fall, Voraussetzungen schaffen zu wollen, damit Baden-Württemberg bei den Ausschreibungen für Photovoltaik-Anlagen besonders profitieren könne. „Um seine kurzfristigen Ausbauziele zu erreichen, benötigt das Land insgesamt mindestens 600 Megawatt neu installierte Leistung pro Jahr. Ohne ausreichend freie Flächen ist das nicht möglich. 2015 lag das Gesamtergebnis im Südwesten bei nur 164 Megawatt Photovoltaik-Zubau“, so Tschamber weiter. (Sandra Enkhardt)