BDEW-Umfrage: Solarwirtschaft hat sehr gutes Image in der Bevölkerung

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat Ende Januar 2016 rund 1.000 Bürger per Telefon zu ihrer Meinung bezüglich verschiedener Energiethemen befragt. Die Ergebnisse hat der Verband nun im sogenannten „BDEW-Energiemonitor 2016“ veröffentlicht.

Eine Frage bezog sich auf die Beliebtheit verschiedener Industrie- und Wirtschaftszweige in Deutschland. Ergebnis: Die Solarwirtschaft liegt gemeinsam mit der Wasserwirtschaft auf Platz 2. Nur das Handwerk ist noch beliebter. Zu den weniger beliebten Wirtschaftszweigen gehören zum Beispiel Versicherungen und Banken aber auch die Öl- und Chemieindustrie sowie Gas- und Stromversorger.

Politik und Energieversorger bremsen Energiewende aus

Die Energiewende halten 93 Prozent der rund 1.000 Befragten für „sehr wichtig“ (57 Prozent) oder „wichtig“ (36 Prozent). Nur 6 Prozent halten die Energiewende für „weniger wichtig“ oder „gar nicht wichtig“. Für 55 Prozent geht die Energiewende „zu langsam“ vonstatten, nur 8 Prozent sind der Meinung, dass die Wende „zu schnell“ ginge.

Als Gründe, warum der Ausbau erneuerbarer Energien zu langsam geschieht, vermuten 38 Prozent der Befragten, dass die Politik für die Verzögerungen verantwortlich ist, 25 Prozent sehen den Grund auch in der Blockade der Energieversorger. Die Kosten halten 29 Prozent der Befragten für einen Verzögerungsgrund.

Wende bringt Vorteile für Wirtschaft und Umwelt

Wenn Strom überwiegend aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, rechnen 69 Prozent der Befragten mit tendenziell steigenden Strompreisen. 80 Prozent glauben aber nicht, dass die Versorgungssicherheit durch den erhöhten Anteil der Erneuerbaren am Strommix sinken würde.

Vorteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland durch die Energiewende sehen 67 Prozent der Befragten. Für sich persönlich sehen 43 Prozent positive Auswirkungen und 40 Prozent kaum Auswirkungen. Die Vorteile der Energiewende sehen die Befragten in mehr Umweltschutz (59 Prozent) und mehr Klimaschutz (29 Prozent). Weitere 19 Prozent versprechen sich von der Energiewende eine Kostenersparnis und 13 Prozent mehr Unabhängigkeit von Mineralöl.

Smart Home steigert Komfort – ist aber kompliziert

Der BDEW hat die Teilnehmer der Umfrage auch nach ihrer Meinung über Smart-Home-Anwendungen befragt. Vorteile sehen sie zum Beispiel in erhöhter Sicherheit (27 Prozent) und erhöhtem Komfort (25 Prozent) sowie in Energieeinsparungen im Haushalt (19 Prozent). Die Sicherheit steht allerdings auch bei den erwarteten Nachteilen ganz oben. 28 Prozent halten einen Datenmissbrauch der im Smart Home erhobenen Daten für möglich, 24 Prozent sind vor Hackerangriffen besorgt. Weitere 19 Prozent halten die Technik solcher Systeme für kompliziert und sehen dies als Nachteil.

Für den sinnvollsten Einsatz von Smart-Home-Anwendungen halten 92 Prozent der Befragten „Medizinische Assistenzsysteme“ gefolgt von „fernsteuerbarer Sicherheitstechnik“ (68 Prozent). Die Automatische Steuerung von Haushaltsgeräten im Smart Home halten nur 21 Prozent der Befragten für sinnvoll. (Mirco Sieg)