VDMA: Photovoltaik-Zulieferer erleben Aufschwung

„Der deutsche Photovoltaik-Maschinenbau erlebt dieses Jahr einen deutlichen Aufschwung. Investitionen kommen momentan nicht nur aus Asien, sondern auch aus dem amerikanischen Wirtschaftsraum“, sagte Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel, bei der Veröffentlichung der neuesten Zahlen. Im vierten Quartal 2015 hätten die Umsätze der Hersteller von Photovoltaik- Komponenten, Maschinen und Anlagen in Deutschland um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. Gegenüber dem dritten Quartal sei es ebenfalls eine deutliche Steigerung um 44 Prozent gewesen.

Auch die Aussichten für die deutschen Zulieferer sind vielversprechend. „Schlüsselkunden planen ihre zukünftige Produktionserweiterung mit deutlich höherem Volumen als in der Vergangenheit“, erklärte Fath weiter. Der Weltmarktanteil der deutschen Maschinenbauer habe 2015 immerhin noch mehr als 50 Prozent betragen. „Der Wettbewerb insbesondere mit asiatischen Ausrüstern nimmt allerdings an Intensivität zu“, räumte Fath zugleich ein.

Die Exportquote deutscher Photovoltaik-Zulieferer liege mit 85 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Das „Brot- und Buttergeschäft“ werde dabei in Ostasien gemacht, dessen Anteil am Gesamtumsatz bei 59 Prozent im vierten Quartal gelegen habe. Die USA sei immerhin für 21 Prozent der Umsätze verantwortlich. Die deutsche Solarindustrie sei für 17 Prozent Umsatz und europäische Hersteller für weitere fünf Prozent zuständig. Umsatzstärkstes Segment für den deutschen Photovoltaik-Maschinenbau sei 2015 erneut das Produktionsequipment für Solarzellen (52 Prozent), gefolgt von Lösungen für Dünnschicht-Photovoltaik (21 Prozent) sowie Anlagen für kristallines Backend (14 Prozent) gewesen. Equipment zur Poly-Silizium-, Ingot- und Waferfertigung machte 13 Prozent aus, wie es beim VDMA weiter hieß.

Die Entwicklung des Auftragseingangs sei „überaus dynamisch“ und damit ein Grund zur Freude. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei eine Zunahme von 170 Prozent zu verzeichnen. Eine vergleichbare Orderstärke wie im vierten Quartal 2015 sei bislang nur vor dem großen Einbruch in 2012 erreicht worden, heißt es beim VDMA. Selbst im Vergleich zum Vorquartal habe sich der Auftragseingang nochmals um 23 Prozent erhöht. Die meisten Bestellungen seien mit 68 Prozent aus Asien gekommen, gefolgt von den USA mit 18 Prozent, Deutschland mit 11 Prozent und Europa mit 3 Prozent. „Wir sehen für die nächsten Monate eine weiterhin positive Entwicklung der Auftragseingänge und Umsätze. Hersteller investieren in Hocheffizienz-Produktionstechnologien wie PERC , PERT und ähnliche. Viele bestehende Anlagen werden mit diesen Technologien aufgerüstet“, erklärte Jutta Trube, Leiterin von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Die Auftragsreichweite der Photovoltaik-Maschinenbauer habe im dritten Quartal 2015 mit 6,1 Produktionsmonaten sogar etwas über dem Wert des Gesamt-Maschinenbaus in Deutschland gelegen. (Sandra Enkhardt)